Diese Texaner sind auch schon etwas länger unterwegs, vom Klang her sowieso. Ohne Redneck-Klischees zu bemühen: DIXIE WITCH klingen sympathisch wie eine hardrockige Ausformung von LYNYRD SKYNYRD und ZZ TOP.
Der Titel des Albums könnte also treffender nicht ausfallen, doch die drei Herren frönen nicht bloß einer Stilübung: Nach dem schmissigen Opener – das Ride-Becken klingt, als sei die Scheibe hängengeblieben – ackern sich DIXIE WITCH stoisch mit „Boogie Man“ (noch ein alles sagender Titel) weiter, ehe sie mit „The High Deal“ Classic-Rock-Luft schnuppern. Überhaupt wird die Gruppe diesem Terminus nicht nur in Sachen Bildersprache gerecht: Freude am Solieren, eine dynamische Rhythmusgruppe und herzliche Hooks – alles da.
Mit dem epischen „Red Song“ und den fetten Doomern „Saving Grace“ sowie „Sevens“ hat man weitere Asse im speckigen Ärmel. Fronter Curt klingt mitunter stark nach Scott Weinrich, und sein Gitarrenpartner J.T. macht in „Anthem“ (sinngemäßer Titel Nummer drei) den BLACK CROWES alle Ehre. „Automatic Lady“ und „December“ decken das Geschwindigkeitsspektrum nach oben ab. Kurz gesagt: Mit „Second Chance“ ist ein einziger unspektakulärer Track auf „Let It Roll gelandet. Well done.
FAZIT: „Let It Roll“ ist ein spiel- wie kompositionsstarkes Album geworden, das im gegenwärtigen Boom klassischer Rocksounds Erfolg verspricht, vor allem unter Hörern, die es gern etwas kräftiger hätten: Beseelte Vocals, als solche erkennbare Songs und hörbare Aufrichtigkeit – was will man mehr? Komm mir niemand mit Originalität …
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.01.2012
Curt Christensten
Curt Christensen
J.T.
Trinidad
Small Stone
35:58
13.01.2012