Bei diesem akustischen Selbstmord auf die japanische Art handelt es sich um das Albumdebüt (EP-Testlauf nicht mitgezählt) der US-amerikanischen Psychedeliker DWELLERS, die zu Zweidritteln aus SUBROSA-Musikern bestehen. Im Vergleich klingt „Good Morning Harakiri“ stilbedingt lebensbejahender.
Der zehn Minuten veranschlagende Opener „Vultures“ hat den Blues nicht nur der Makulatur wegen, sondern zeugt von ehrlicher Hingabe zum Genre. Bandkopf Joey Toscano hat wie in diesem Bereich häufig anzutreffen eine wenig ausdrucksstarke Stimme, weshalb die Gruppe die zweite Hälfte in einem nicht zerfasernden Jam ausklingen lässt. „Ode To Inversion Layer“ hingegen kann bis zum Fuzz-Ausbruch atmosphärisch mit DANZIGs Frühwerken mithalten; dann tun sich eher vergleiche mit Jack Whites Betätigungsfeldern auf, obschon Toscano kräftiger intoniert. „Lightening Ritual“ bietet sich ob seiner Kompakten Anlage als Anspieltipp an – klassisch stoischer Stoner, der weniger beliebig anmutet als das bemüht schummrige Weltraumstaunen „Old Honey“ im Anschluss. Ziehen hier HAWKWIND am Horizont vorüber, sind es während „Secret Revival“ eher KYUSS, auch wegen des Gesangs.
Mit dem abschließenden Treiber „Black Bird“ haben DWELLERS ein weiteres Argument für sich parat. Die Produktion nimmt ebenfalls für die Band ein, auch wenn „Good Morning Harakiri“ keine herausragende, sondern eine schlicht gute Genre-Übung darstellt. Gegenüber den jüngst arg öden ANCESTORS etwa gibt man ihnen gern den Vorzug.
FAZIT: Amerikanischer Psychedelic Rock mit schweren Gitarren – wer davon nicht genug haben und sehr gern auf okkulten Popanz verzichten kann – die Kompositionen sind auch ohne zweifelhaften Überbau stark genug – ist mit DWELLERS gut beraten. Die Scheibe erweist sich als typischer Grower, weshalb den anfänglichen neun noch zwei weitere Punkte hinzugefügt werden.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2012
Dave Jones
Joey Toscano
Joey Toscano
Zach Hatsis
Smallstone / Cargo
41:25
30.03.2012