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Ephel Duath: On Death And Cosmos

Stil: Avantgarde Metal

Cover: Ephel Duath: On Death And Cosmos

Eine einst verblüffende, dem Wahnsinn nahe Band, die mit „Phormula“ und „The Painter's Palette“ wohl so manchem Musikfan vor den Kopf gestoßen war, hat sich mit den folgenden Alben „Pain Necessary To Know“ und „Through My Dog's Eyes“ zwar trotz eines rasant wirbelnden Besetzungskarussells nie entmutigen lassen, weiter zu machen, doch wenngleich der Experimentalismus stets eine große Rolle im EPHEL DUATHschen Sound gespielt hatte, wirkten diese beiden letzten Alben durchaus ein wenig kreativ gebremst und hatten mit der anfänglichen Aufbruchsattitüde nicht mehr viel zu tun.

Auch das Lineup anno 2012 hat nicht mehr viel mit den Ursprüngen gemein, ist der Italiener Davide Tiso nunmehr das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Drummer Marco Minnemann hat sich zwar nach seiner Trennung im Jahr 2009 wieder der Band angeschlossen, aber sowohl am Bass als auch am Mikro ist mal wieder ein Wechsel angesagt. Hinsichtlich Prominenz hat Tiso mit den beiden Neuverpflichtungen Steve DiGiorgio und Karyn Crisis wohl den Vogel abgeschossen, wodurch „Mittelerde“ (so die Bedeutung des Bandnamens) beinahe zur All-Star-Band mutiert, aber wenn man sich anhört, was die vier für diese Drei-Überlangsong-EP zustande gebracht haben, ist die Enttäuschung groß.

Die Arrangements sind zwar durchaus verschachtelt, und die technischen Schmankerl, die die instrumentale Fraktion daherzaubert, sind wieder vom Feinsten, aber im Grunde eiern die drei Stücke recht eintönig vor sich hin - Feinheiten gehen im gewollt disharmonisch-verqueren Soundbrei völlig unter, und statt Spannung und enthusiasmusgetriebener Experimentierwut herrscht prätentiöse Akrobatik ohne Aha-Momente vor.

FAZIT: Eine Gruppe von Starköchen kreiert hier ein Drei-Gänge-Menü, das zwar feinste Zutaten beinhaltet und auch kunstvoll zubereitet wurde, doch bei allem Tollsein haben die Küchenwizards ganz vergessen, dass das kulinarische Kamasutra auch noch einigermaßen munden soll. Bleibt zu hoffen, dass die beiden für ihr neues Label Agonia geplanten nächsten Alben mehr zu bieten haben. Was bringen die besten Ingredienzien, wenn die Würze vergessen würde?

Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.06.2012

Tracklist

  1. Black Prism
  2. Raqia
  3. Stardust Rain

Besetzung

  • Bass

    Steve DiGiorgio, Davide Tiso

  • Gesang

    Karyn Crisis, Davide Tiso

  • Gitarre

    Davide Tiso

  • Keys

    Davide Tiso

  • Schlagzeug

    Marco Minnemann

Sonstiges

  • Label

    Agonia Records

  • Spieldauer

    19:45

  • Erscheinungsdatum

    21.06.2012

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