Was das Label als feurigen Jazzrock beschreibt, stellt sich als vorhersehbares und obendrein zu seichtes, aufgesetzt heiteres Fusion-Konstrukt heraus. Das Debüt der jungen slowakischen Virtuosen hört sich beeindruckend an, lässt aber emotional weitgehend kalt.
Schuld daran hat das latente Lounge-Feeling von Stücken wie des eröffnenden „Jazzball aj bude“ oder des elektronisch verbrämten Dance-Dingsbums „Get A Jive“, die eher in die Dorfdisko passen als zu einem gediegenen Konzerabend mit verschwitzten Hochleistungsmusikern. Die Aussage „White Men Can't Play Funk“ stimmt in der Tat insofern, als GROOVIN' HEADS bemüht klingen wollen wie eine US-Combo („East Side“), worauf bereits das fehlende G im Bandnamen hindeutet. Das kräftige Saxofonspiel ändert nichts an der dünnen Brühe, welche diese Köche anrühren.
Auch das tanzbare „Listen To My Guitar“ (sie ist als solche kaum zu erkennen) spricht Bände mit Hinblick auf die Fehleinschätzung von GROOVIN' HEADS. „Superlative Lies“, Neo Soul mit gemischtgeschlechtlichem Gesang, oder das geslappte Titelstück sind bloße Beschallung für Cocktailpartys von Sternchen und solchen, die es gerne wären.
FAZIT: „Overstep“ ist penetrant spaßiger und nie ernsthafter, geschweige denn tiefsinniger Club-Sound von austauschbarer Anmutung, der gekonnt inszeniert wurde, aber schlicht unsympathisch und nervig daherkommt.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.09.2012
Martin Gašpar, Tibor Borský, Ján Smékal
Peter Lipa, Anna Babjaková, Andy Belej
Peter Bi?, Miro Šály
Marcel Buntaj, Vilo Stanek
Mário “Gapa” Gerbera (Saxofon)
Hevhetia
45:34
01.02.2005