Auch auf ihrem zweiten Album weichen die kolumbianischen GUERRA TOTAL nicht von ihrer Marschroute ab, die da lautet: Immer geradeaus die Ruhrpott-Thrash-Allee entlang, am SLAYER-Kiosk links abbiegen, dann weiter zum MOTÖRHEAD-Autohaus und dort rechts einbiegen. Zwischen dem CELTIC FROST-Imbiss und dem HELLHAMMER-Imbiss geht es dann über die Ampel weiter geradeaus, bis man an den BEWITCHED-Kreisel gelangt. Auf der Grünfläche werden dann noch ein paar Übungen im Vier-Viertel-Takt gemacht.
Korrekt, GUERRA TOTAL hängen mitten in den Achtzigern, und entsprechend oldschool bollert das Ganze dann auch drauf los: Gerson „Demonslaught“ Toro lässt Basssaiten und Stimmbänder knarzen, Gustavo „Death Fiend“ Canizales sägt seine Plektren zu Mehl, und das Schlagzeug von Frey Forero, das...
das...
halt.
Nein, stopp, da stimmt etwas nicht. Entweder spielt Forero wie ein Computer, oder er ist ein Verwandter von Angelo Sasso, denn so viel Perfektion passt nicht so ganz zum nostalgischen Rest. Extrem auffällig ist dies bei „Holocausto zombi“. Neandertalerinnen mit Silikonimplantaten?
FAZIT: Hörbar ist dieses Horror-Weltuntergangs-Zombie-Gemetzel abgesehen von nur rudimentär vorhandener Variation allemal, doch durch die digital anmutenden Drums verliert „Mas allá de la tumba“ sehr, sehr viel Charme verloren.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.02.2012
Gerson Toro
Gerson Toro
Gustavo Canizales
Frey Forero
Iron Shield Records
44:35
01.12.2011