Wer die neue LIS ER STILLE verhaftet, darf auch hier zugreifen. Dänemarks nicht mehr ganz so neues Aushängeschild in Sachen zeitgenössischer Rockmusik mit ureigenem Anstrich (diese Scheibe entstand bereits 2009) begeistert auf "Howl At The Moon" mit naheliegendem und doch so fernem Indie-Sound.
Dieser tönt im schmissigen „Harder Than You Think“ ein wenig nach den BEATSTEAKS, speziell ob des Leadgesangs, während „All Outta Love“ einen sehnsuchtsvollen Touch hat, wie er neuerdings für unsere nördlichen Nachbarn maßgeblich zu sein scheint. Zweitens hat dieses Stück genauso wie „Leave Me Now (Leave Me Tomorrow)“ eine nicht unerhebliche Hookline, die für fieses Ohrenschleifen sorgt. Kräftiger und gleichzeitig genauso poppig mutet nachfolgend „House Of Cards“ an. Einmal mehr verblasst das instrumentale Gerüst ein wenig vor den expressiven Vocals.
Anders „Some People“ mit einerseits bleischweren Riffs, andererseits aber auch schmeichelnden Gitarrenmelodien. Das Doppel „Over The Top / Valley Of Darkness“ ist mit das kompakteste und hittigste Stück, wohingegen das forsche „Ain't Half Bad“ den weitesten Ausschlag in puncto Härte verzeichnet und eine rotzig schmierige Kante hat, die man THE FLOOR IS MADE OF LAVA nicht zugetraut hätte. Nachdem „The Bigger Picture“ mit schlierigem Postrock kokettiert hat, klingt „Howl At The Moon“, ein geschlossenes wie ausschweifendes Album, mit dem Quasi-Titelstück sowie dem nachdenklichen „Sailors Cowboys & Indians“ besinnlich aus.
FAZIT:THE FLOOR IS MADE OF LAVA lassen sich gern für ihren in die Ferne schweifenden, mitunter herzhaft krachenden Alternative bejubeln. Auch Freunde deutscher Spezialisten wie BLACKMAIL oder New-Artrock-Fans müssten hiermit glücklich werden – tolle Kompositionen und ehrliche Emotionen, eingängig wie tiefsinnig.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.03.2012
Tobias Kippenberger, Simon Visti, Lars Rock, Asbjørn Nørgaard
Ferryhouse /Warner
47:19
23.03.2012