Die italienischen Düsterseelen THE FORESHADOWING beglücken uns endlich mit ihrem dritten Album. Wer den Werdegang der Band ein wenig verfolgt hat, sollte wissen womit auf der neuen Platte zu rechnen ist – denn die Römer machen – zum Glück – genau dort weiter, wo sie mit ihrem letzten Album „Oionos“ stehengeblieben sind.
Bereits seit ihrem ersten Album „Days Of Nothing“ hält die Band das düster-schwarze Banner hoch, auf dem riesengroß Gothic Doom steht. Klischee- und retrofrei gibt man sich auch auf Album Numero drei und liefert erneut einen pechschwarzen, aber ästhetischen Soundtrack zur nahenden Apokalypse. Langsam geht die Welt zugrunde und so bewegt sich „Second World“ vornehmlich in gemächlichen Gefilden. Das heißt aber nicht, dass THE FORESHADOWING nicht auch anders können. So kommen der Opener 'Havoc' oder das treibende 'The Forsaken Son' im Regensatz zum Rest des Albums für Bandverhältnisse durchaus überraschend kräftig rüber.
Insgesamt ist das neue Album pure Tristesse: angefangen mit den außergewöhnlichen Vocals von Marco Benevento, der mit seinem Klargesang für Gänsehaut sorgt, bis hin zu den einfühlsamen Songs selbst, die mit staken Riffings und Leads punkten und dass die Keys niemals zu sehr in den Vordergrund rutschen. Mag sein, dass die Band kaum Songs abliefert, die wie auf „Days Of Nothing“ sofort zünden, aber das tut dem Hörgenuss keinen Abbruch.
„Second World“ wirkt als Ganzes ungemein stimmig und komplex, so dass die Spielzeit von einer Stunde fast wie im Flug vergeht. Vor allem der zweite Teil des Albums, in dem es keine Ausbrüche mehr gibt, entfaltet eine unheimlich dichte Atmosphäre. Der ungewöhnliche Kniff zum sakralen Chor begleitet vom Tomb-lastigen Schlagzeugspiel auf 'Noli Timere' entpuppt sich als genialer Abschluss des Tracks.
FAZIT: Es muss auch den ein oder anderen düsteren Platz in Italien geben, denn THE FORESHADOWING sind ein echter Counterpart zu dem klischeebehafteten, vorgelebten Lebensgefühl, welches man mit diesem Land assoziiert. „Second World“ ist eine gelungene Fortsetzung des Bandschaffens und wieder eine außergewöhnliche Platte, die jedem Liebhaber von Doom mit leichtem Gothic-Einschlag gefallen könnte.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.04.2012
Francesco Giulianelli
Marco Benevento, Francesco Sosto
Andrea Chiodetti, Alessandro Pace
Francesco Sosto
Jonah Padella
Cyclone Empire
55:11
20.04.2012