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The Green River Burial: Separate & Coalesce

Stil: Hardcore/Deathcore

Cover: The Green River Burial: Separate & Coalesce

Weniger wäre manchmal mehr. Ein abgedroschenes Sprichwort, das leider gar nicht so abwegig ist, wenn man sich die letzten Releases und die Veröffentlichungsfrequenz des Labels mal anschaut. Denn statt wenigen, wirklich starken Outputs scheint es - zumindest gefühlt - so, als ob sich zwischen all die besseren Scheiben mittlerweile ganz schön viel gesichtslose Ausschuss- und Durchschnittsware geschummelt hat.

Die aus Eff-Eff-Emm stammenden, vierköpfigen THE GREEN RIVER BURIAL tragen nicht unbedingt zu einer Besserung der Situation bei, denn wenngleich sich das Quartett hörbar bemüht, Arsch zu treten und auch stilistisch nicht zu verrosten, so bleibt der erste Longplayer nach einem Demo und einer DIY-EP eine wenig aufregende Angelegenheit.

Metallisch gefärbter Hardcore mit viel Aggressionspotenzial bleibt eine Hauptzutat, und hierbei orientiert man sich besonders an den straighten Vertretern, von RYKER'S über TERROR und HATEBREED bis hin zu PRO-PALIN, nur in deutlich wutschäumenderer Ausführung, was besonders durch Mert Ücüncüs zwischen Hardcorehasskappe und Death-Metal-Blutkehle röhrendes Gebrüll verstärkt wird. Einige Breakdowns und hilfsschulmeshuggaheske Riffs der Sorte THE ACACIA STRAIN sowie Math-, Metalcore- und Deathcore-Anleihen sollen alles stilistisch aufwerten, und selbiges soll wohl auch für die gelegentlich emotionaleren Einschübe und Posthardcore-Versuche (man höre beispielsweise im Interludium „Sink Ships“) gelten, doch traurigerweise traut man sich in jederlei Hinsicht nur an die Standardbaukästen heran. Selbst die wirklich coole Idee, wie in „L'Étranger“ etwas Bum-bum-bum-Tschak-Wobwobwob-Dubstep einfließen zu lassen, tönt erschreckend ausgelutscht und vor allem tapsig.

Diese Dinge bewirken letztendlich, dass man sich bereits nach einem Albumdrittel sattgehört hat und spätestens ab diesem Zeitpunkt seine Zeit mit Warten auf den Aha-Effekt verbringt. Welcher dann nicht in Erscheinung tritt.

FAZIT: In Sachen Originalität und auch in puncto Songwriting muss das junge Quartett noch einiges lernen, und wäre der fette Walfischpenis-Monstersound nicht, so würde die noch mangelnde Substanz noch offensichtlicher werden.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.10.2012

Tracklist

  1. Cold Sweat
  2. No Tomorrow, No Regrets
  3. Colossus
  4. Loose Lips
  5. The Big Rip
  6. Bullsharks
  7. Sink Ships
  8. Matriarch/Utopia
  9. L'Étranger
  10. The, I Am
  11. Reinvent The Real

Besetzung

  • Bass

    Philipp Sevatschouni

  • Gesang

    Mert Ücüncü

  • Gitarre

    Moritz Spahn

  • Schlagzeug

    Tom Belz

Sonstiges

  • Label

    Bastardized Recordings

  • Spieldauer

    40:55

  • Erscheinungsdatum

    02.11.2012

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