An anderer Stelle schrieb ich einmal über Rogga Johansson, dass er kein Meister der Innovation ist, wohl aber ein Meister der Imitation. Und daran hat sich auch auf seinem gefühlt insgesamt 43. Longplayer, seinem dritten mit Kam Lee und seinem zweiten mit THE GROTESQUERY nichts geändert. Auch die hier vorherrschenden Haupteinflüsse, namentlich BOLT THROWER, BENEDICTION und amerikanisches Todes-Metal-Klanggut, sind unüberhörbar. THE GROTESQERY spielen gewohnt tight und mit ordentlich Druck im Neunziger-Gitarrensound. So weit, so gut.
Im direkten Vergleich zum Vorgänger „Tales From The Coffin Born“ ist die Gitarrenarbeit aber deutlich filigraner geworden, gerade die melodiösen Leads sind durchaus bestechend, während einige Mid-Tempo-Parts heftig grooven und walzen. Auch den inhaltlichen Aspekt sollte man nicht ganz außen vor lassen, sind THE GROTESQUERY schließlich die Band der beiden Herren, die als Gerüst für Horror-Story-Konzept-Alben dienen soll. Und so bekommt der Hörer eine weitere an Lovecraft und Poe adaptierte Geschichte zu hören, die vor allem für Freunde und Insider des Chtulhu-Zyklus interessant sein dürfte. Kam Lee hat eine zusammenhängende Story über sechs Alben prophezeit, ob THE GROTESQUERY einen so langen Atem haben werden, wird die Zukunft zeigen.
FAZIT: Nach dem durchwachsenem Erstling legen THE GROTESQUERY in verbesserter Form nach, auch wenn man sich mit dem Titel der Scheibe sicher keinen kommerziellen Gefallen getan hat. Betrachtet man die vielen guten Death-Alben, die in den letzten Wochen erschienen sind, bleibt für THE GROTESQUERY ein weiterer guter, aber nicht essentieller Longplayer zu verbuchen.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.04.2012
Grand Master J. Berglund
Master K. Lee
Herr R. Johansson
Notorious B. Helgetun
Cyclone Empire
48:12
20.04.2012