Manchmal ist es ärgerlich, wenn man in Bandinfos gleich mit Brandmarkungen bombardiert wird. So werden THE INTERSPHERE mit MUSE, DREDG, THRICE und INCUBUS verglichen. Dabei sind die vier Herrschaften aus Mannheim, meiner Geburtsstadt, so viel mehr als eine Klingt-wie-Band.
Das Indie-Alternative-Rock-Post-Whatever-Metal-Dingsbums-Gemisch ist im Gegensatz zu „interspheres >< atmospheres“ etwas aufgeräumter und fokussierter, ebenfalls songorientierter, doch die reichhaltigen Einflüsse und die Vielschichtigkeit sind geblieben. Auf „Hold On, Liberty!“ steht alles mal im Vordergrund: Das komplexe Gefrickel, die Atmosphäre, der Killerriff, die schwebenden Melodien, die Kopflastigkeit, die Eingängigkit. Ganz so, wie die Zutaten gerade benötigt werden.
Speziell bei den Melodien geben Christoph Hessler und seine drei Mitmusiker alles, und das zahlt sich aus, denn die Tonfolgen fräsen sich unaufhaltsam in die Hirnrinde. Nehmen wir als Beispiel nur mal „Sleeping God“, das mit einem herrlich nervösen Gitarrenarpeggio wie eine flinke Spinne umher krabbelt, und dazu gesellt sich ein Refrain, der Weltformat hat. Sowieso, Weltformat – es ist kaum zu glauben, dass diese Band nordbadischer Herkunft ist, denn viel eher könnte der Unwissende hier auf ein Gespann aus London, Boston, Detroit, Liverpool oder Los Angeles tippen. Aber von wegen.
FAZIT: Es gibt sie also doch, die mutigen, eigenständigen Bands aus eigenem Anbau. Gefährlich gut. Monnem!!!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.02.2012
Sebastian Wagner
Christoph Hessler
Thomas Zipner
Moritz Müller
Moritz Müller, Thomas Zipner (Backing Vocals)
Long Branch Records/SPV
45:48
20.01.2012