Den Erstling „Until We Are Outnumbered“ legte ich mir nach einem intensiven Konzert der Dänen mit TRAP THEM und ROTTEN SOUND zu und er wusste auf Anhieb mit seiner Mischung aus Death Metal und Hardcore zu gefallen. Und mit dem aktuellen Werk „Facing The Imminent Prospect Of Death“ legt das Quartett um Ex-HATESPHERE-Shouter Jacob Bredahl einen beachtlichen Nachfolger ähnlicher Spielart vor.
„Schublade auf und los“ funktioniert hier wieder nicht so richtig, die Kopenhagener bewegen sich irgendwo in der Grauzone zwischen Groove Metal, modernem Hardcore ohne Proll-Attitüde und Death Metal aus der gemäßigten ENTOMBED-Ecke zu „Same Difference“-Zeiten. Die Songs sind überwiegend Mid-Tempo-Schleifer, nur selten wird das Gaspedal mal mehr durchgetreten, dafür rollt die Rhythmus-Fraktion beachtlich über punkigem Drumming, während die Gitarre ohne viel Tam-Tam unerbittlich nach vorne zieht und treibt. Sänger Jacob Bredahl ist nicht nur live ein charismatischer Sympathieträger, auch auf Konserve überzeugt er mit seiner kraftvollen rauen Stimme, die gelegentlich an L.G. Petrov erinnert und perfekt ins Klangbild passt. Und so sind hier 11 Songs versammelt, die zwar ein paar Durchgänge brauchen, um zu zünden, dann aber im Ohr sind und mit „ Fucked In The Search For Life“ sogar einen kleinen Hit enthalten.
FAZIT: THE KANDIDATE waren mir schon immer sympathisch und ihr Zweitling hat ordentlich Drive, Power und Hit-Potential. Auch wenn gelegentlich ENTOMBED durchklingen, sind die Dänen doch in ihrem abgesteckten Feld eigenständig und brauchen die Konkurrenz nicht zu scheuen. Gute Scheibe, wenn man nicht auf der Suche nach Innovation ist.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.01.2012
Kaspar Boye Larsen
Jacob Bredahl
Allan Tvedebrink
Niels Peter Nielsen
Napalm Records
31:30
27.01.2012