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The Mount Fuji Doomjazz Corporation: Egor

Stil: Experimental/Soundscapes

Cover: The Mount Fuji Doomjazz Corporation: Egor

Auch auf ihrer vierten Langspielplatte, deren vier Klangcollagen fast 70 Minuten Spielzeit ergeben, bleibt sich das quasi-niederländische Septett THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION, welches in quasi-gleichem Lineup als THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE songorientiertere Kost schreibt, absolut treu und baut mit filmartigen Klangeffekten, die sich langsam aber stetig zu einem song<i>ähnlichen</i> Gebilde aufbauen und Monotonie und Variation miteinander vermählen und somit Gegensätze aufeinander prallen lassen, nur um die Polarität aufzulösen.

Was meist leise und unscheinbar, wabernd, flirrend, als Hintergrundrauschen beginnt, erumpiert irgendwann in einem wilden Klangfeuerwerk, das mit seinen mächtigen Detonationen den Schutzwall des Hörers niederreißt, und es ist hierbei ein unglaublich interessantes Schauspiel, was so ein bisschen Elektronik, Blasinstrumente, eine Violine, eine Sängerin und eine Rockbesetzung miteinander erschaffen können, das dann von solcher Größe ist, dass es schon schwindelerregend ist.

Klar, es gehört zu dieser Sparte, dass man nicht gerade von der ungeduldigen Sorte ist, aber dennoch wäre es manchmal schön gewesen, wenn THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION etwas schneller auf den Punkt gekommen wären. Denn oft geht es - zumindest mir persönlich - so wie mit einem dicken und an sich guten Buch: Die Story ist spannend, die Erzählkunst ist groß, aber statt 1300 Seiten hatten es vielleicht auch 900 Seiten getan. Dennoch, mit weniger als elf Punkten kann und darf man „Egor“ keinesfalls bewerten.

FAZIT: Hochwertiges Kopfkino für die ganz Geduldigen.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.03.2012

Tracklist

  1. Lift Mashiny (Elevator Of The Machine)
  2. Stuchat' Kulakom Lestnitsa (Knock By The Stairs)
  3. Kosmonavt Rasputina (Cosmonaut [Rasputina])
  4. Steklo Unichtozheno (Glass Is Destroyed)

Besetzung

  • Bass

    Jason Kohnen

  • Gesang

    Charlotte Cegarra

  • Gitarre

    Eelco Bosman

  • Schlagzeug

    Ron Goris

  • Sonstiges

    Sarah Anderson (Violine), Hillary Jeffery (Posaune), Gideon Kiers (Elektronik)

Sonstiges

  • Label

    Denovali Records

  • Spieldauer

    68:56

  • Erscheinungsdatum

    23.03.2012

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