Wie man auf solch dämliche Genrebegriffe wie Void*Punk oder New Grunge kommt, ist dem Rezensenten schleierhaft, denn im Grunde vermischen die drei Kölner lediglich etwas Punk Rock mit Alternative, geben dem ganzen etwas Popflair, und hier und dort findet sich der ein oder andere moderne („Nutella“) oder exotische („Took The Pistol“) Sound wieder.
Kommt der schokoladige Opener noch etwas platt daher, zeigt das Trio mit den darauf folgenden Songs, dass man mit viel Ironie und Kreativität durchaus etwas Leben in die doch oftmals eingefahrene Szene bringen kann, ohne sich zum Wurstbrot zu machen. Sicherlich könnte die anhand des noch jungen Alters der Band - Fronter Bryan ist zum EP-Release gerade mal 19 Jahre jung - dem ein oder anderen Musikliebhaber etwas zu jugendlich anmuten, aber herrje, THE POLLYWOGS <u>sind</u> nun mal keine alten Recken, sondern Musiker, die ab und an eben noch eine infantile Ader haben. Und mal ehrlich: Einen Song wie den kleinen Hit „Everyone“ bekämen auch die etablierten, noch lauten Alternative-Bands nicht besser hin. Vor allem nicht mit so viel enthusiasmusgesteuertem Druck auf dem Ventil.
FAZIT: Die Vorlage, die die Band den Journalisten mit ihrem EP-Titel vor die Füße spielt, muss nicht verwandelt werden, denn THE POLLYWOGS sind seriös und interessant genug, um den Vorwürfen einer spinnerten Kiddiekapelle zu trotzen. Da mag man durchaus beobachten, wie sich das Gespann entwickelt.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.12.2012
Tobias Huschka
Bryan Kessler
Bryan Kessler
Henrik Hofrogge
TRO Music
17:13
09.11.2012