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The Prophecy²³: Green Machine Laser Beam

Stil: Thrash / Death / Hardcore

Cover: The Prophecy²³: Green Machine Laser Beam

„They are tough... they are cool... and: they are here to mosh!”, tönt es in aufgebauschtem Hochamerikanisch aus den Boxen, und man meint, Zapp Brannigan („Futurama“) bzw. Captain Qwark („Ratchet & Clank“) sprechen zu hören, oder etwas Vergleichbares, das hauptberuflich als Parodie auf Amerikas Heldentum gedacht ist. Gegen derartige (unernste) Selbstbeweihräucherung stinkt nicht einmal der Kanadier auf dem PERIPHERY-Debüt an.

THE PROPHECY²³ - gegen jede Wahrscheinlichkeit aus Deutschland übrigens, nicht aus Amerika - haben sich wieder die Taschen voll Humor gestopft und gehen damit in die nächste Moshrunde. Vom Coverartwork lässt erneut Marvin Clifford („Mad Magazin“, „Shakes & Fidget“) grüßen, der die offensichtlichen Troma-Träume der Band („Surf Nazis Must Die“) in trashige Bilder umwandelt – Bemuskelte Frankensteinkreaturen, alte Burgen und grüne Blitze. Was daran so sehr an ein Spin-Off der Punk-Metal-Truppe Green Jellÿ denken lässt, hat an dieser Stelle überhaupt erst zur Rezension verführt.

„Green Machine Laser Beam“ ist erneut Zeugnis der zwei Gesichter seiner Erschaffer. Einerseits sprüht der Insiderwitz und Nerdhumor in grellen Funken, andererseits wird der Einfallsreichtum mit meist gammeligen US-Thrash-Riffs aus der Public-Domain-Grabbelkiste konterkariert, die irgendwo am Strand von San Francisco offen steht und seit Jahrzehnten Selbstbedienung offeriert.

Umgekehrt sind die comicartig inszenierten Stilzitate schnell lokalisiert und von der Thrash-, Grind- und Hardcore-Basis abgetrennt: „We Are The Pit Police“ mimt den Rock’n’Roll der 50er, „Captain Quick And The Pirates“ recycelt das Darth-Vader-Theme (hier mal ausnahmsweise eingelegt in Power Metal), das Zwischenspiel „Call Your Friends To Hang Out“ ist smoother Fahrstuhljazz wie aus einem GTA-Auto abgefangen, „No Beer“ beherbergt Prollhumor („RÜLPS!“ – „Ist es noch drauf?“ – „Jaaaa“) und als Dreingabe folgt mit „Guts Gore Reactor Core“ noch eine Live-Ballade im J.B.O.-Stil.

Wo man aber erwartet, dass die Stücke selbst mal von der durchaus vorhandenen Anarchie angesteckt werden, anstatt nur mal in Intros, Outros oder Medleys von ihnen geflügelt zu werden, bleibt man auf dem Trockenen. Da wird stur der Stiefel runtergegrunzt, gedoublebasst, geshreddet und gegniedelt, so dass es abgesehen von den Texten kein Problem wäre, aus „Green Machine Laser Beam“ ein von allen Scherzen befreites, dabei durchaus kompetentes, aber ebenso langweiliges Dresche-Album zu schneiden. Die Riffs dem Frühneunziger-Skater-Geist entsprechend zu gestalten, der immer mal wieder durchscheint, und vor allem der Comicleser-Attitüde, wäre dabei der eigentliche Quantensprung gewesen.

FAZIT: Interessante Truppe mit einem herrlich chaotischen Image – warum aber so schizophren? Ein bisschen kann es einem gehen wie Homer Simpson, der voller Faszination den Lichtschalter für sich entdeckt hat und seine An-Aus-Funktion immer wieder aufs Neue unter den Prüfstand stellt: Bei „Green Machine Laser Beam“ stehen sich nicht „An“ und „Aus“ als duale Pole gegenüber, sondern „Trash“ (was den Exploitation-Humor angeht) und „Thrash“ (was den Stil angeht). Man könnte also auch sagen: „H“ an, „H“ aus.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.06.2012

Tracklist

  1. Tough Cool And Here To Mosh
  2. Ice Road Trucker Vs. The Sun
  3. Don't Step Back
  4. Beyond The Purple Pipes
  5. Green Machine Laser Beam
  6. Sergeant P Of The 23
  7. We Are The Pit Police
  8. Wake Me Up For Lunch
  9. Honor To Whom Honor Is Due
  10. Captain Quick And The Pirates
  11. Call Your Friends To Hang Out
  12. Don't Waste Time - Get Wasted (Now!)
  13. No Beer - What A Mess (Radio Edit)
  14. No Followers - No Leaders
  15. Princess Of Gorleben
  16. Guts.Gore.Reactor.Core

Besetzung

  • Bass

    Mario Macaroni

  • Gesang

    Hannes Kloprogge (Thrash Vocals), Philipp Heckel (Death Vocals)

  • Gitarre

    Dennis Lidak, Hannes Kloprogge

  • Schlagzeug

    Florian Sanden

Sonstiges

  • Label

    Massacre Records

  • Spieldauer

    46:36

  • Erscheinungsdatum

    29.06.2012

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