Jung und doch abgehangen, so klingen die Hannoveraner THE ROCKABONES auf diesem vier Songs umfassenden Einstand. Geboten wird tatsächlich, wie man selbst beschreibt, rotziger Rock mit leichter MOTÖRHEAD-Kante.
Gleich der Opener „Revenge“ überzeugt bei aller Geradlinigkeit mit einem dynamischen Aufbau und schmissiger Handarbeit, die mitnichten fiebrig ausfällt, sondern wie bereits angedeutet abgeklärt klingt. Diese Männer fühlen sich wohl bei dem was sie tun, obzwar sie die finstere Seite ihres Metiers vertreten. So tönt „Ride To Suicide“ dem Titel gemäß abgründig und nimmt sich abgesehen vom fiesen Text Zeit für eine längere, stimmungsvolle Instrumentalabfahrt.
„Rock 'n' Roll Queen“ swingt gefällig und dient als Anspieltipp auf den Internet-Präsenzen der Band, wohingegen „True Lies“ als einzig etwas beschwingter Song für verhaltene Kontraste sorgt. Sänger Gon, dies sei noch als Plus bemerkt, knarzt zwischen Rampensau und Ian Astbury, während er mit Drummer Tdy groovt – und das tun längst nicht alle Bands, die sich heuer dem alten Lederjacken-Sound verschrieben haben.
FAZIT: Mit diesen „First Takes“ haben THE ROCKABONES eine treffliche Visitenkarte abgegeben. Die Gruppe empfiehlt sich als angenehm unaufdringliches Vergnügen, ohne „Seht her, wie toll wir die Klischees zerrocken können“ zu proklamieren. Was nach Phrasen klingen mag, ist hier ein echtes Glaubensbekenntnis, statt im Hochglanzsound beim Vorzeigen ebensolcher Fotos gedroschen zu werden.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.03.2012
Gon
Gon
Rob, Pat
Tdy
Eigenvertrieb
17:42
02.03.2012