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The Wretched End: Inroads

Stil: Candlelight Records

Cover: The Wretched End: Inroads

Supergroups, wohin man schaut. Im Falle von THE WRETCHED END setzt sich das Lineup aus Samoth (EMPEROR, ZYKLON), Cosmo (MINDGRINDER) und dem DARK FUNERAL-Trommler Nils Fjellström zusammen. Auch wenn ich Gefahr laufe, mein komplettes Vermögen dem Phrasenschwein zum Fraß vorzuwerfen, so muss es gefragt werden: Große Namen, große Taten?

Salbadern wir erst gar nicht lange drum herum und kommen auf den Punkt: „Inroads“ ist, wie bereits „Ominous“ (Review <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2010/The-Wretched-End/Ominous" target="_blank">hier</a>) weder der ohnehin nicht erwartete Überflieger noch ist das Album akustischer Abfall. Eher ist es schlicht und einfach gesagt genau das, was man sich vorstellt, wenn man die Ex- und Noch-Hauptbandsounds der drei Akteure durch die Mangel dreht. DARK EMPERZYKLONGRINDER quasi. Oder MIND FUNERON.

Neun Songs lang demonstrieren die drei Musiker eine extremmetallische, enorm unterraschende Lektion, ganz nach Lehrbuch, nach Reißbrett, mit Geodreieck, Zirkel, Taschenrechner, Druckbleistift und Millimeterpapier. Wäre ich, der Inbegriff der Perfektion, des Engelseins, des Immerguten, böse, könnte ich solche Begriffe in den Raum werfen wie Narzissmus. Onanie vor dem Spiegelbild. Ablassen überschüssiger Kreativsamenflüssigkeit. Aber in Wirklichkeit bin ich ja total lieb. Ganz ehrlich. In echt jetzt!

Man sollte auf jeden Fall ein totaler Knüppelholiker sein, der sich voll und ganz mit den (ehemaligen) Stammkapellen, zu 200%, identifizieren kann und selbst Selbstkopien vergöttert, um das THE WRETCHED END-Debüt als ein Geschenk des Himmels/der Hölle/der Natur/Wolfgang Petrys - je nach Glauben, Nichtglauben oder Weltansicht oder Ideologie oder Neigung - anzusehen.

FAZIT: „Inroads“ ist ein bisschen so wie eingelegte Cornichons, nämlich genießbar und doch nichts Besonderes. Machen andere auch gut, einige besser, einige schlechter, viele genau so gut, aber wenn es dieses Produkt hier nicht gäbe, würde wohl nur einer verschwindend geringen Menschenzahl etwas fehlen. THE WRETCHED END muss man nicht missen müssen, müsste man sie missen.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.04.2012

Tracklist

  1. Tyrant Of The Mountain
  2. Deathtopian Society
  3. Death By Nature
  4. Cold Iron Soul
  5. The Haunting Ground
  6. Fear Propaganda
  7. Blackthorn Winter
  8. Hunger
  9. Throne Renowned Of Old

Besetzung

  • Bass

    Cosmo

  • Gesang

    Cosmo

  • Gitarre

    Samoth, Cosmo

  • Schlagzeug

    Nils Fjellström

Sonstiges

  • Label

    Black/Death/Thrash Metal

  • Spieldauer

    39:22

  • Erscheinungsdatum

    20.04.2012

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