Punkrock, selbst solcher mit süßlichen Melodien, ist in des Rezensenten Ohren grundsätzlich willkommen - gerne auch mit massiver Popschlagseite -, und auch das, was THIRTEEN DAYS aus Österreich auf ihrem zweiten Album verzapfen, würde eigentlich wunderbar reinlaufen. Würde.
Würde? Ja, würde, denn es gibt ein paar Dinge, die den Genuss von „Love, Fear And Fire“ entscheidend erschweren. Die Produktion ist beispielsweise dermaßen glattgebügelt, dass man das Gefühl haben muss, auf den Schallwellen, die da so aus den Speakern entfleuchen, auszurutschen. Aus den Klängen, die von Gitarre, Bass und Schlagzeug erzeugt werden, sind Klänge geworden, die mehr nach Pro-Tools, Noisegates, Triggern, Kompression und anderen digitalen Verschlimmbesserungsmethoden tönen als nach den eigentlichen Instrumenten. Man höre nur mal „Your Great Escape“ und staune über die nach Audioskalpell tönenden Breaks.
Dieser polierte Sound sorgt zusammen mit der jugendlichen Ausstrahlung, die durch Sänger Roman Mischitz extrem verstärkt wird, dafür, dass ein enormes Disney-Teeniefilm-Flair durch den Raum weht. Leider wurden auch enorm nachbearbeitet tönende Gesangsharmonien und, wie es sich manchmal anhört, auch Autotune-Effekte verwendet, die den Plastikcharakter zusätzlich festigen.
FAZIT: Nichts gegen Pop-Punkrock, doch wenn das Ganze klingt, als hätte man ein paar Siebtklässler in ein Studio verfrachtet und das Ergebnis mit Hightech-Studiotricks auf Radiokompatibilität und Kindertauglichkeit getrimmt, ist es für Besitzer von Ohrenpaaren, die schon mehr als 16 Jahre die Welt wahrgenommen haben, eine Zerreißprobe, bis zum Ende am Ball zu bleiben.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.06.2012
Bobo
Roman, Freisi
Freisi, Roman
Tommy
Pate Records
39:23
25.06.2012