Der erste Gedanke, der einem beim ersten Höreindruck dieses heimsucht, ist: „Very British!“ - doch ein Blick auf das Backcover offenbart, dass es sich hier um eine deutsche Band handelt. Da gibt es doch tatsächlich endlich mal einen Sänger, der sich Mühe gibt, Respekt vor der englischen Sprache aufzubringen.
Die Nordrhein-Westfalen THIS APRIL SCENERY sind ähnlich unstet wie der namengebende Monat, und so wechseln sich flirrende Gitarrenlicks inklusive viel Tapping, disharmonische Riffs und ihre harmonischen Brüder, straighte und sperrige Beats, shoegazige und emoeske Parts und postrockende Zartheiten sowie derbe Gitarrenbretter untereinander ab, sodass man beim Anbringen von Vergleichen manchmal nur noch Bandnamenslisten herunterrattern kann, die dann ohnehin nur halb zutreffen.
EATING PEBBLE ohne 60s-Einschlag, COLDPLAY mit Eiern, JIMMY EAT WORLD mit Bums, DEATH BEFORE DISCO in freundlicher, ISIS in luftig, das sind allesamt Assoziationen, mit denen sich das Schaffen des Quartetts halbwegs beschreiben lässt, doch letztendlich ist der Erstling der Jungs viel zu individuell geprägt und künstlerisch zu liebevoll komponiert, als dass Namedropping hier wirklich hälfe (ja, hülfe geht auch, guckt nicht so!), zumal das einer Brandmarkung gleichkäme, die THIS APRIL SCENERY nicht gerecht würde.
Einigen wir uns einfach darauf, dass die vier einen interessanten Cocktail aus Shoegaze, Postrock, Emo, Indie Rock, Alternative, Indie-Britpop zusammengeschüttelt haben, der erfrischend schmeckt - irgendwie vertraut und doch eigen.
FAZIT: Wenn es das Quartett richtig anstellt, könnte es sehr bald zu einer Konstante im alternativen Independent-Sektor avancieren.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.08.2012
Marvin
Nico
Nico, Christoph
Christoph
Alex
FinestNoise Releases
39:48
30.07.2012