Aus dem Mutterland der zweiten Welle des Black Metals und sich musikalisch auf eben diese berufend, wissen THRONE OF KATARSIS sehr genau, wie sie zu klingen haben. Und so ist "Ved Graven", das dritte Album der Norweger, alles andere als überraschend ausgefallen. Roh, aggressiv, energisch - eben genau so, wie man es traditionell bevorzugt. Zumindest in der Theorie.
Aufgenommen wurde "Ved Graven" live im Studio, dem Promotext nach in drei dunklen Nächten und im Zustand nahe der Besessenheit. Lediglich ein paar Leadgitarren und eine Kirchenorgel wurden nachträglich hinzugefügt. So wirken die sieben Songs durchaus spontan, was nicht unbedingt als Lob zu werten ist. Denn das Songwriting wirkt über weite Strecken unausgegoren, man ist kaum in der Lage, die Songs, die meist zwischen fünf und neun Minuten lang sind, ausreichend mit Leben zu füllen. Zwar vermag der rohe und derbe Sound des Albums durchaus zu gefallen, doch weckt er auch Erwartungen, die die Songs dann letzlich nicht erfüllen können. Das hallende Gekreisch von Infamroth ist zwar auch schön garstig, doch auch darin werden keine wirklichen Akzente gesetzt.
So lässt man eine gute Dreiviertelstunde norwegischer Raserei über sich ergehen, ohne begeistert zu werden, aber auch ohne das alles als störend empfunden zu haben. Zwar horcht man beim schleppenden Takt von "Av Dypets Kulde" oder den verfremdeten Vocals von "The Ultimate Shrine" mal kurz auf, doch meist wartet man vergeblich darauf, dass THRONE OF KATARSIS irgendeine Gefühlsregung beim Hörer verursachen.
FAZIT: In Sachen Sound ist beim Black Metal der alten Schule, der auf "Ved Graven" erklingt, zwar weitestgehend alles im Lot, doch packende Songs haben THRONE OF KATARSIS auf ihrem Drittwerk nicht zu bieten, weshalb das Erlebnis nur bedingt befriedigt.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.01.2012
Sanrabb
Infamroth
Skinndød, Infamroth
Vardalv
Candlelight / Soulfood
47:11
24.10.2011