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Amorphis: Circle

Stil: Meodic Death Metal / Dark Metal / Folk Metal

Cover: Amorphis: Circle

AMORPHIS wollten mit ihrem elften Album offenbar weg von den auch soundmäßig mittlerweile etwas ausgetretenen Pfaden der bisherigen Joutsen-Phase und nahmen „Circle“ mit Peter Tätgren in dessen Abyss-Studio auf. Der verpasste den neuen Songs einen insgesamt etwas garstigeren Sound als zuletzt, rückte die Rhythmus-Gitarren weiter in den Vorder- und die Keyboards mehr in den Hintergrund. Das hat dem Gesamtsound hörbar gut getan, das Ganze klingt weniger behäbig und frischer. Der Anfang von „Hopeless Days“ erinnert ein wenig an Hypocrisy, während es im „Nightbird’s Song“ teilweise sogar richtig schwarzmetallern zur Sache geht, selbst gesanglich. Tomi Joutsen überzeugt erneut mit einer extrem variablen und technisch in jeder Lage überzeugenden Leistung. Allerdings gehen ihm trotz seines unbestrittenen Könnens zunehmend neue Ideen aus. Wie schon auf dem Vorgänger stammen zu viele seiner Melodie-Linien aus dem hauseigenen Reycling-System und vermögen schon nach wenigen Durchläufen nur noch mäßige Begeisterung hervorzurufen. Das gilt allerdings auch für die Instrumental-Fraktion. Während „The Wanderer“ mit einem gekonnt poppigen Refrain zu gefallen weiß und der schon gewürdigte „Nightbird’s Song“ tatsächlich mal anders klingt, entpuppt sich zum Beispiel „Enchanted By The Moon“ schnell als durchschnittlicher Nummer-Sicher-Kandidat und auch „Mission“, „Into The Abyss“ oder „A New Day“ fallen in die Kategorie typischer Amorphis-Rocker mit melodisch-melancholischen Strophen, die dann in einen Keyboard-lastigen Bombast-Refrain münden und zwischendurch mit den immer gleichen Folk-Schunkel-Themen verfeinert werden. Leider erreicht die Band dabei in keinem Fall die Qualitäten und die mitreißende Dramatik eines „Brother Moon“ oder „House Of Sleep“, aber vielleicht hat man mittlerweile auch einfach nur schon zu viele AMORPHIS-Alben gehört…

FAZIT: Mit etwas härterem Sound, mehr Gitarren und insgesamt einem Tick größerer Garstigkeit finden die Finnen trotzdem nicht wirklich aus der kreativen Sackgasse. Die Liebhaber der Band werden sicher an einigen der neuen Songs Gefallen finden, ich werde der musikalischen Endlosschleife wohl so langsam etwas überdrüssig.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.04.2013

Tracklist

  1. Shades Of Gray
  2. Mission
  3. The Wanderer
  4. Narrow Path
  5. Hopeless Days
  6. Nightbird’s Song
  7. Into The Abyss
  8. Enchanted By The Moon
  9. A New Day

Besetzung

  • Bass

    Niclas Etelävuori

  • Gesang

    Tomi Joutsen

  • Gitarre

    Esa Holopainen, Tomi Koivusaari

  • Keys

    Santeri Kallio

  • Schlagzeug

    Jan Rechberger

Sonstiges

  • Label

    Nuclear Blast

  • Spieldauer

    46:24

  • Erscheinungsdatum

    19.04.2013

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