Im rund 30. Jahr ist Jeff Cannata (Prog-Fans von JASPER WRATH bekannt, ansonsten Meister in Sachen Schmelz und Schmonz für schmerzende Herzen) mittlerweile im Geschäft, und auch wenn er sein neues Album unter dem Namen ARC ANGEL im Alleingang produzierte, hört es sich mitnichten nach dem Werk eines betriebsblinden Egomanen an.
"Harlequins Of Light" bietet zwölfmal edlen Melodic-Stoff zwischen ASIA ("As Far As The Eye Can See") und MAGNUM ("Harlequins Of Light" "Voice Of Illuminati"), letztere vor allem deshalb eine Assoziation, weil Cannatas Gesangsmelodien in deren Richtung gehen, obzwar der Sänger eine ungleich rauchigere Stimme besitzt. Trotz der allseitigen Sauberkeit, die ARC ANGEL ausstrahlen, tönt die Platte niemals trivial oder nach "cookie cutter", wie der Brite sagt, sondern überrascht sogar im Gegenteil zuweilen mit für melodischen (Hard-)Rock rhythmisch recht ausgefeiltes Material wie "War" und "Legend Of The Mary Celeste" zum Schluss.
Dem gegenüber stehen die Halbballaden "Through The Night" und "Fortune Teller 2" sowie das poppige "Amnesia" und der sinnvoll betitelte Westcoast-AOR-Schmeichler "California Daze". Mit "Get To You" und "Diamonds And Gold" fällt die Scheibe nach hinten hinaus zwar leicht ab, doch zehn voneinander unterscheidbare Stücke mit fülligen Arrangements und liebevoll ausgearbeitetem Chorgesang - die Melodien reißen weitgehend mit - genügen dem Einzelkämpfer zu einer knapp überdurchschnittlichen Scheibe für Freunde von QUEEN bis JOURNEY.
FAZIT: ARC ANGELs neues Album klingt frischer als manch zusammengebasteltes Projekt von Melo-Jungspunden und fungiert somit als Sommer-Sorbet für Fans niveauvoller Pomprock-Unterhaltung.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.08.2013
Jeff Cannata, Scott Spray
Jeff Cannata, Pete Hodson
Jeff Cannata, David Coe, Jimi Bell, Gary Maus, Andy Abel, Tony Spada, Mark Proto, Jay Jesse Johnson
Jeff Cannata
Frontiers / Soulfood
53:26
23.08.2013