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Reviews

Arctic Winter: Uch Alder

Stil: Heavy Metal

Cover: Arctic Winter: Uch Alder

Die Geschichte von ARCTIC WINTER liest sich eigentlich wie die vieler Metal-Bands. Sie wurden 1989 (noch unter anderem Namen gegründet), kamen aber niemals über den Status von Demos und Live-Auftritten hinaus. In den für traditionellen Metal harten 90ern löste man sich (auch wegen musikalischer Differenzen) auf.
Auch der Rest der Geschichte kommt mir in letzter Zeit immer häufiger unter die Augen. Im Jahre 2007 treffen sich zufällig zwei ehemalige Musiker und beschließen die Band wieder ins Leben zu rufen. Schließlich hat der Heavy Metal im neuen Millenium zu alter Stärke zurück gefunden. Und was der Band damals nicht gelang, ist im Dezember 2012 tatsächlich soweit: Das erste ARCTIC WINTER-Album "Uch Alder" ist erhältlich. Nach weiteren neun Monaten landet auch ein Rezensionsexemplar auf unserem Schreibtisch.

Auf "Uch Alder" finden sich alte Stücke der Band, aber auch neue Kompositionen. Da der Stil ohnehin nicht allzu eng gesteckt ist, findet man nur schwerlich heraus, welcher Song nun aus welcher Ära stammt. Im Grunde wirkt das gesamte Werk genremäßig recht harmonisch. Die Musik setzt sich zusammen aus Elementen von Heavy Metal, Thrash Metal und ein klein wenig Black Metal. Dies wird stimmig miteinander verknüpft, so dass auf der einen Seite der Sound viel Dynamik enthält, aber die Stücke dennoch einprägsam genug sind, um recht flott ins Ohr zu gehen. Im technischen Bereich wählen die Saarbrücker eine gelungene Ballance aus Eingängigkeit und Komplexität. Die Gitarrenarbeit ist anspruchsvoll und passt sich der Rhythmusdynamik an. Die Konstrukte sind dennoch geradlinig und münden in gut erarbeite Höhepunkte. Tempiwechsel bremsen manchmal den energischen Vormarsch, sorgen aber im erneuten Aufbau für neue Spannung.

Anspieltipps gibt es reichlich, da sich das gesamte Werk auf einem gleichbleibend guten qualitativen Niveau abspielt. Da entscheiden höchstens noch bestimmte Vorlieben über persönliche Favoriten. Mag man eher einen Mid-Tempo-Stampfer wie "Struggle To Live", eine hymnische Energiegranate wie "Winterstorm", einen latent düsteren Song mit stärkeren Thrash-Elementen wie "Dark Side Of The World", das technisch orientierte "Assassin", das vielschichtig-intensive "When Colours Fade To Grey" oder den straighten Headbanger "Avalanche". All diese Stücke zähle ich zu meinen Favoriten, da ich alle Gebiete des Sounds mag. Letztendlich gibt es auf "Uch Alder" aber auch keinen schwachen Song. ARCTIC WINTER beweisen ein feines Händchen für das Songwriting.

Handwerklich machen alle Musiker einen prima Job. Die Gesangsleistung von Mic Winter ist aber nochmal eine extra Erwähnung wert. Er singt trotz eines rauen Timbre sehr variabel und ausdrucksstark, hat keine Schwierigkeiten in hohe Lagen zu gehen und macht auch in den harschen Bereichen einen guten Eindruck.

FAZIT: ARCTIC WINTER machen mit ihrer energiegeladenen Heavy-Thrash-Mixtur Lust auf mehr, da im Grunde jeder Song seinen eigenen Reiz hat. Wer keine Genre-Scheuklappen aufhat, sollte sich "Uch Alder" ruhig mal vornehmen.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.09.2013

Tracklist

  1. Defcon 5
  2. Struggle To Life
  3. Winterstorm
  4. Fireball
  5. I Dream Infrared
  6. Dark Side Of The World
  7. Assassin
  8. When Colours Fade To Grey
  9. War Of Wrath
  10. No Time To Die
  11. Avalanche
  12. Reality T.V.

Besetzung

  • Bass

    Upeh Winter

  • Gesang

    Mic Winter

  • Gitarre

    John Dee, Iron Maddin

  • Schlagzeug

    Siggi

Sonstiges

  • Label

    Eigenproduktion

  • Spieldauer

    68:27

  • Erscheinungsdatum

    20.12.2012

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