ARMED FOR APOCALYPSE betonen, aus dem Niemandsland hinter Sacramento zu stammen. Vielleicht ist diese Abgeschiedenheit tatsächlich der Grund, weshalb es dem Quartett bereits auf seinem zweiten Album gelingt, altbekannte Zutaten auf eigenständige Weise zu vermischen.
Zu denselben zählt zunächst flotter bis breit ausgewalzter Hardcore Thrash, der ganz klar von SOULFLY abstammt. Ein übriges tut Sänger Kirk Williams, der seine Stimmbänder ähnlich derb wie Senhor Cavalera zu malträtieren weiß.
In Stücken wie „The Well“ dominiert dagegen der tonnenschwere Groove von CROWBAR, ohne allerdings deren Südstaaten-Bluesfeeling zu übernehmen. Mit der düsteren Melodik in Titeln wie „Built To Kill“ schielt man eher in Richtung PANTERA oder rumpelt über den großen Teich zu ENTOMBED und Konsorten.
Das Ass, mit dem ARMED FOR APOCALYPSE besonders bei den massiv walzenden Passagen stechen, sind die Baritongitarren, die grundsätzlich alles knapp oberhalb der Grasnarbe niedermähen. Mit der tiefen Stimmung kann aber nur dann richtig Druck entstehen, wenn man nicht sinnlos herumschrotet, sondern mit Ohrenmaß rifft. Das haben Cayle Harris und Kirk Williams voll und ganz verstanden, wie sie den Hörer zum Beispiel in „The Starting Line“ eindrucksvoll spüren lassen.
Gegen Ende von „The Road Will End“ wird es mit Cleangesang und ebensolcher Gitarre sogar noch alternative-melodisch, was aber ziemlich verzichtbar ist, denn...
FAZIT: … ARMED FOR APOCALYPSEs zweites Album ist vor allem eine Lesson In Heaviness. Dabei mischt die Truppe Metal und Hardcore mit vielen Tempowechseln, ohne mit Breakdowngehopse in die sich zwangsläufig öffnende Metalcore-Schublade zu rutschen. Gut gemacht!
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.07.2013
Cor Vaspra
Kirk Williams
Cayle Hunter, Kirk Williams
Nick Harris
Candlelight Records
43:16
22.07.2013