ASKING ALEXANDRIA beherrschen die Genre-Konventionen bis zur Perfektion, reichen jedoch auch darüber hinaus - mit synthetischen Streichern, Samples und Riffs aus mehreren stilistischen Feldern (für "Run Free" etwa hat man anscheinend Djent gehört), wobei der Sound natürlich absolut aufgeblasen wurde und die vermeintliche Bodenständigkeit aller Gitarrenmusik zugetanen Szenen von schlichtem Rock bis zum Hardcore ins Absurde überführt. Im Ergebnis stehen dafür tatsächlich spannende (!) Kompositionen, die nicht nach dem - wie der Englisch-Muttersprachler sagt - "cookie cutter"-Prinzip ersonnen wurden, gleichwohl melodische Refrains zwischen fiesen Maulschellen nach wie vor im Zentrum stehen. Vielmehr schichtet die Band auf ihrem Album mehr Ideen übereinander, als ihre Konkurrenz über mehrere Alben hinweg verbraten, und machen ziemliche Hits daraus.
Zu diesen zählt das bombastische "The Death Of Me", der tanzbare Fast-Popper "Break Down The Walls" und das thrashige "Believe" vorneweg; vom Rest bleibt noch einmal mindestens die Hälfte im Ohr hängen, allem voran das Duett "Until The End" mit Howard Jones und das Radio-taugliche "Creature", während der andere Teil unter Ausnahme des Remix zum Schluss überhaupt kein Ärgernis darstellt.
FAZIT: ASKING ALEXANDRIA sind praktisch Pop mit ultra-harten Gitarren, klingen aber im Gegensatz zum Gros ihres stilistischen Umfeldes nicht nach Plastik und sind in erster Linie starke Songwriter ... beziehungsweise sie haben ausgefuchste Arrangeure hinter sich stehen. Das muss man nicht mögen, der Band jedoch ihre Klasse aberkennen und von diesem überwältigenden Klangdesign kaltgelassen werden kann wohl nur ein Tauber oder verbissener Hasser.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.08.2013
Sam Bettley
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Sumerian / Soulfood
50:53
09.08.2013