Ob ASS OF SPADES durch den Bandnamen die Assoziation mit MOTÖRHEADs wohl bekanntestem und besten Album beabsichtigen? Musikalisch wird man dabei aber ein wenig auf die falsche Fährte gelenkt. Die Schweizer klingen auf ihrem Album "Sleep When You Die" schon um einiges gemäßigter. Ein wenig AC/DC-Einflüsse hier, ein paar THIN-LIZZY-Gedächtnis-Riffs da und auch der Southern Rock und besonders der Stoner Rock blitzen immer mal wieder durch.
ASS OF SPADES vermeiden aber zu deutliche Anbiederungen an bestimmte Vorbilder, sondern agieren kompositorisch ziemlich eigenständig. Und das Händchen dafür kann man ihnen auch nicht absprechen. Stücke wie "Free Fire Me", "Lust Highway", "Get Dead On The Road", "Goddamn Wrong", "We Don't Give A Damn" oder "T.I.N.A." sind allesamt knackige Rocksongs und sozusagen die individuellen Markenzeichen von ASS OF SPADES. Durch die verschiedenen Genre-Einflüsse gestalten die Jungs aus Lausanne ihren Sound außerdem relativ abwechslungsreich. Langeweile kommt nicht auf. Und bei "Independence Day" hat man dann sogar mal den Eindruck, hier könnten doch MOTÖRHEAD Pate gestanden haben.
Handwerklich schlägt sich das Quartett ebenfalls achtbar. ASS OF SPADES verstehen es, die Energie ihrer Musik gekonnt rüberzubringen, so dass sie sich auf den Hörer überträgt. Ein regelmäßiges unwillkürliches Mitrocken ist das Ergebnis. Durch den Einsatz von zwei Lead-Stimmen gibt es auch in dem Bereich Abwechslung, was der teilweise recht unterschiedlichen Songintensität zugute kommt. Aber auch die Instrumentalabteilung macht einen guten Job.
FAZIT: Überwiegend gelungene und ziemlich abwechslungsreiche Rocksongs machen aus "Sleep When You Die" ein gutes Album. Wer den Rock gerne kraftvoll und energiereich mag, sollte in das neue Werk von ASS OF SPADES reinlauschen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.06.2013
Javier
Pascal, Peter
Pascal, Peter
Sergio
Heimathome Records
37:14
15.04.2013