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Reviews

Audrey Horne: Youngblood

Stil: Hard Rock/Classic Rock

Cover: Audrey Horne: Youngblood

Bitte beachtet auch unser <a href="http://goo.gl/a2fqF">AUDREY HORNE Massen-Review</a> unter den Kolumnen!

Das vierte AUDREY HORNE-Album klingt auf den ersten Hör schon deutlich anders als seine beiden Vorgänger. Bereits auf dem selbstbetitelten 2010er Werk ging es mehr in Richtung Classic Rock, wobei modernere Einflüsse wie ALICE IN CHAINS oder FAITH NO MORE noch deutlich herauszuhören waren. Davon hat man sich nun vollständig verabschiedet. Heute kommen einem stellenweise eher Bands wie UFO, THIN LIZZY, MOLLY HATCHET oder DEEP PURPLE in den Sinn, wenn es darum geht, eine Orientierungshilfe für die Beschreibung der aktuellen Ausrichtung der Norweger zu finden. Demnach bilden nun aufs Wesentliche reduzierte, knochentrockene Riffs, ausufernde Gitarren-Soli sowie Orgel-Klänge der 70er die musikalische Basis der 10 neuen Songs. Auf druckvolle Gitarrenwände, groovige Rhythmen sowie das übliche Stopfen von Soundlöchern wird verzichtet, stattdessen dominiert z. B. ein sehr basischer Gitarrensound und auch insgesamt klingt "Youngblood" ziemlich… retro, dabei allerdings kein bisschen kraftlos oder angestaubt.

Jetzt kann man der Band sicher vorwerfen, auf den gerade rollenden Zug aufspringen zu wollen und dass es eine weitere Classic-Rock Band, die sich an der ach so glorreichen Vergangenheit orientiert, nicht braucht. Doch schaffen es AUDREY HORNE die genannten Einflüsse mit ihrer ganz eigenen Art des Songwritings so zu kombinieren, dass dabei mehr entsteht als nur die nächste rückwärts gewandte beinah-Cover-Band. Insbesondere die ersten drei Songs ("Redemption Blues", "Straight Into Your Grave" und "Youngblood") begeistern durch ihre schlicht großartigen AUDREY HORNE-typische Ohrwurm-Melodien, die trotz des veränderten Gesamtsounds das gleiche "Ahh"-Gefühl auslösen wie auf den beiden vorherigen Alben, auch wenn es vielleicht den einen oder anderen Durchlauf mehr benötigt, bis die gewohnte Wirkung auftritt. Insbesondere Sänger Tochie glänzt erneut mit superben Gesangslinien und ist nach wie vor das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Band. Im Anschluss an den famosen Auftakt wird das Songwriting-Niveau dann zwar etwas niedriger, aber auch in den weniger spektakulären Songs in der Album-Mitte (z.B. "There Goes A Lady, ") finden sich immer wieder auch ganz famose Variationen, die den Spannungsbogen weiter aufrecht halten, während zum Ende hin die Hitdichte wieder zunimmt und "Youngblood" mit "This Ends here" mindestens noch einen weiteren Überflieger bereithält.

FAZIT: AUDREY HORNE orientieren sich nun vollständig in Richtung Hardrock und Metal der 70er und frühen 80er, schaffen es aber, dabei nicht zur musikalischen Zitatesammlung zu verkommen, sondern vielmehr mit einem hohen Eigenanteil und vor allem erneut großartigem Songwriting Neues zu schaffen. "Youngblood" ist ein deutliches musikalisches Ausrufezeichen im noch jungen Jahr, auch wenn die Anzahl der Überhits auf dem letzten Album doch noch einen Tick größer war.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.01.2013

Tracklist

  1. Redemption Blues
  2. Straight Into Your Grave
  3. Youngblood
  4. There Goes A Lady
  5. Show And Tell
  6. Cards With The Devil
  7. Pretty Little Sunshine
  8. The Open Sea
  9. This Ends Here
  10. The King Is Dead

Besetzung

  • Bass

    Espen Lien

  • Gesang

    Toschie

  • Gitarre

    Ice Dale, Thomas Tofthagen

  • Schlagzeug

    Kjetil Greve

Sonstiges

  • Label

    Napalm/Universal

  • Spieldauer

    42:57

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2013

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