Die Musik auf diesem Debüt ist glücklicherweise nicht so amateurhaft wie das krakelige Band-Logo vermuten lässt. Wobei das Logo wiederum ganz gut zur Musik passt – nicht qualitativ, sondern vom Spirit her. DEROGATORY spielen nämlich Death Metal im Geiste der späten 80er Jahre, als das Genre noch im Untergrund krakeelte und das Meiste daran handgemacht war.
Passend dazu ist die Produktion alles andere als glatt und sauber. Es kratzt und rumpelt an allen Ecken. Das kann man kacke finden, oder eben als vintage abfeiern. Musikalisch orientiert sich die junge Band an Vorreitern des US Death Metals wie MORBID ANGEL und DEATH, angereichert mit NILE-Gefrickel und DEMOLITION HAMMER-Thrash.
Diese Mischung funktioniert eine Zeitlang, doch gegen Ende verlieren die Kalifornier den Faden, das abschließende "To Escape What Is Now" ist völlig richtungslos. Positive Highlights sind einzelne Parts: treibende Thrash-Riffs im Titeltrack, das fiese CARCASS-lastige Grunzen in "Cenotaph". DEROGATORY gelingt es nicht, den Spannungsbogen über die Dauer ganzer Songs zu halten und somit wirklich einprägsame Songs zu schreiben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
FAZIT: Eher ein Reifezeugnis als ein Meisterstück. Stellenweise recht unterhaltsam, aber insgesamt nur mittelmäßig.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.12.2013
Daniel Alonzo
Christian Ordonez
Joe Viwatkurkul, Christian Ordonez
Jose Coyoton
FDA
37:25
06.12.2013