Wer sich unvoreingenommen und ahnungslos – sowie im Falle des Rezensenten, ohne Zuhilfenahme des verloren gegangenen Promozettels – das erste Mal an „What Lies Behind“, dem Debüt von DIRTY SOUND MAGNET, heranwagt, der wird sicherlich eine nicht unerhebliche Summe Geld darauf verwetten, dass die Band aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommt.
Wette verloren: Die schmutzigen Klangmagneten kommen aus der beschaulichen Schweiz. Klingen tun sie aber so, als seien sie mit dem Staub der Route 66 groß geworden. Bluesig, rotzig, in der Tat dreckig, basisch, schlichtweg rockig klingen die neun Tracks des Debüt, das dabei klassische Hardrock-Einflüsse wie von LED ZEPPELIN („What Lies Behind“) ebenso berücksichtigt wie Ausflüge in den Bluesbereich („Mr. Robert“). Mal klingen zudem Southern-Rock-Elemente durch („Heavy Hours“), mal klingen sie so lasziv („Hotel Goomba“), dass man am liebsten gleich den Küchentisch freiräumen und… aber wir schweifen ab.
Die größten Pluspunkte von „What Lies Behind“ sind seine Unbeschwertheit, seine stilistisch weit gefächerte Kompetenz, die fantastische Gitarrenarbeit von Stavros Dzodzos, der gekonnt zwischen Jimmy Page, BB King und Jimi Hendrix pendelt, sowie die charismatische, eindringlich-hohe Stimme von Sänger Didier Coenegracht.
FAZIT: Der perfekte Soundtrack für einen schwülen Sommerabend, mit einer eiskalten Flasche Bier in der Hand auf dem Balkon sitzend und seinen Gedanken nachhängend. Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.04.2013
Marco Mottolini
Didier Coenegracht
Stavros Dzodzos
Maxime Cosandey
Phenix Records
42:24
09.12.2012