Im Promo-Waschzettel der Plattenfirma ist von „Bäms und Wäms“ die Rede (?), manch Kritiker zieht SABATON als Querverweis zurate – nanu, sind die hessischen Stahlkocher von DRAGONSFIRE etwa so schwer einzusortieren?
Es scheint fast so, dabei ist „Speed Demon“, die vierte Veröffentlichung der Undergroundmetaller, doch relativ einfach zu kategorisieren: Metal, der Spaß macht – so kann man die sechs Songs plus Spaßnummer „Steel Eel“ und Livetrack „The Warrior“ umreißen. Mit einer exzellenten Produktion, einem stimmgewaltigen Shouter – Reibeisenstimme trifft Heldentenor – und ganz vielen Hits machen es DRAGONSFIRE dem Kritiker nicht schwer, sie schnell ins Herz zu schließen. Erfrischende Unbekümmertheit vereint sich mit einer professionellen Angelegenheit, mixt waschechten Heavy Metal mit melodischem Hardrock und produziert so manchen Volltreffer wie das mit einem IRON-MAIDEN-Gedächtnispart beginnende „Allied Forces“ oder das mitreißende „The Gunslinger’s Fate“ (geile Melodie im Refrain, Jungs!).
Die Bedeutung von „Bäms und Wäms“ bleibt – zumindest für hochdeutsch sprechende Menschen – auch weiterhin im Unklaren, doch die Vergleiche mit SABATON sind ziemlicher Unsinn – DRAGONSFIRE gehen deutlich basischer und metallischer zu Werke. Und zumindest auf den letzten SABATON-Alben ist das Tempo weitaus gedrosselter als auf „Speed Demon“, das seinen Namen zumindest zu hohen Teilen zu Recht trägt.
FAZIT: Wenn man etwas an „Speed Demon“ kritisieren möchte, dann allenfalls die Tatsache, dass die Scheibe zu kurz ausgefallen ist. „Steel Eel“ – eine reine Funnummer – und der abschließende Livetrack sind eher entbehrlich, so dass man auf eine „echte“ Spielzeit von weniger als einer halben Stunde kommt. Die aber hat es in sich.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.04.2013
Torsten Thassilo Herbert
Torsten Thassilo Herbert
Timo Rauscher, Oliver Brandt
Jan Müller
TTH Media
34:34
13.04.2013