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Grobschnitt: Symphony 2012

Stil: Symphonischer Krautrock

Cover: Grobschnitt: Symphony 2012

Seit einiger Zeit sind GROBSCHNITT wieder live unterwegs. 2012 trat die Band – als mittlerweile generationenübergreifende Familiencombo – viermal im Stadttheater Hagen auf, begleitet vom Philharmonischen Orchester der Stadt. Zurück zu den Ursprüngen: „Symphony“-on stage.

Leider ist (noch) kein komplettes Album von stattlicher Lauflänge herausgesprungen, sondern „nur“ eine MCD von gerade einmal zwölf Minuten Länge, quasi als „Dankeschön der Band an ihre zahlreichen Fans“. Sagt Herr Wildschwein.

Zwei Tracks, das zehnminütige „Symphony“ vom Debüt als Einstieg, das nur zwei Minuten kurze „Beyond“ als Ausstieg. Der Klang – besonders zu Beginn – ist ein wenig blechern, aber völlig im grünen Bereich, passt auch zum eher rustikalen Sound des Hagener Philharmonischen Orchesters. Not the LSO, aber nicht übel.
„Symphony“ wird komprimiert präsentiert, quasi als wildbewegte Readers-Digest-Version (in früheren Konzertversionen dauerte die "Sinfonie" schon mal fast eine halbe Stunde). Das Hauptmotiv ist vorhanden und wird mit Verve gespielt, Willi Wildschwein singt in der für ihn typischen Phrasierung, der „Lalala“-Chor ist da, ebenso die recht ausführliche SANTANA-Hommage. Das bereitet enormes Vergnügen, doch gerade, wenn man meint, jetzt preschen GROBSCHNITT in traumverlorene Krautrock-Sphären Richtung „Rockpommel‘s Land“ vor, ist finito mit la musica.

„Das elegische „Beyond“ würde ebenfalls gut auf GROBSCHNITTS bekanntes Konzeptwerk passen. Und auch hier wird einem der Mund gefühlvoll wässerig gemacht: Ein bisschen nostalgisch, ein bisschen Trauermarsch zum Schluss – dann die gnadenlose Abblende. Sehr bedauerlich, lieber mehr vom Davor!

FAZIT: „Symphony 2012“ ist ein netter Appetithappen, den man in der Werbepause eines Privatsenders gerne auflegt. Zu mehr reicht die Zeit bedauerlicherweise nicht. GROBSCHNITT präsentieren sich erstaunlich frisch und energisch; die bekannten Zutaten sind vorhanden, die scheußlichen Ergüsse der 80er bleiben außen vor, doch bevor Sonnenmusik lichterloh überm Hagener Stadttheater explodiert, wird der Saft abgedreht. Hoffentlich kommt da noch was mit längerem Atem auf Konserve nach.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.05.2013

Tracklist

  1. Symphony
  2. Beyond

Besetzung

  • Bass

    Milla Kapolke

  • Gesang

    Willi Wildschwein, Milla Kapolke , Toni Moff Mollo

  • Gitarre

    Manu Kapolke, Willi Wildschwein, Nuki (Stefan Danielak jr.)

  • Keys

    Deva Tattva

  • Schlagzeug

    Admiral Top Sahne, Demian Hache

  • Sonstiges

    Philharmonisches Orchester Hagen, Toni Moff Mollo, Willi Wildschwein

Sonstiges

  • Label

    Sireena Records

  • Spieldauer

    12:26

  • Erscheinungsdatum

    24.05.2013

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