Auf seiner sechsten Scheibe zeigt sich das GUGUN POWER TRIO deutlicher als je zuvor als Classic-Rock-Combo - gut so, denn auch wenn die Musiker aus Indonesien nie die reine Blues-Lehre verfochten haben, drohten sie doch langfristig, im Sumpf der vielen Mitbewerber auf diesem Feld unterzugehen, internationale Meriten hin oder her.
"Soul Shaker" klingt frischer als sein Vorgänger und verzeichnet sowohl kompakte, unmittelbar griffige Stücke als auch eher ausschweifende Kompositionen ("Wounded Heart" - episches Highlight zum Schluss). Funkiger Stoff wie "Captain Morgan" (schrullig mit Pfeifen und sehr "sprechendem Solo"), "Love Your Life" oder - natürlich - "Funk #2", das wie ein "aufgesexter" Hendrix klingt, steht schwerfälligem Stoff der Marke "Acid Rain" (dezente Orgel vom Gast-Keyboarder) oder "The Good Old Days", einer typischen Power-Ballade gegenüber.
Den Blaumann packen GUGUN POWER TRIO einzig mit dem soulig angehauchten "Fire Under Water" (FREE gehört?), derweil "Born To Be Awesome" und das Stop-and-go von "How Can You Play Rock N' Roll" die "neue" Stoßrichtung vertreten: schnell fassbare Songs vor allgemeinverbindlichem Hintergrund, dem traditionellen Rock der Siebziger, der sich deutlich am Blues orientiert, ihn aber nicht einfach nur verzerrt wiedergibt.
FAZIT: GUGUN POWER TRIO, immer wieder für eine Stunde harten Blues Rock gut. Die Asiaten erschaffen zeitrelevante Musik vor diesem Hintergrund, weil sie, obzwar sie überhaupt nichts von ihrer Herkunft einfließen lassen, zu keiner Sekunde nach Schwelgen in alten Zeiten tönen, sondern im Jetzt zupacken und eine perfekte Balance zwischen Improvisation sowie gutem Songwriting wahren.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.12.2013
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15.11.2013