Die Blues-Flut aus dem Grooveyard strömt weiter. Nach den etwas drögen NANDHA BLUES, sind MOJO RADIO mit ihrem zweiten Album „Rise“ um einiges ungestümer am Start. Die musikalische Gewichtung liegt etwas anders, gehören hier doch eher SAVOY BROWN, THE FACES, MOUNTAIN, die BLACK CROWES zur Ahnengalerie, garniert mit einer Prise LED ZEPPELIN.
Adam Ziertens schmutzige Vocals, eine präsente Mundharmonika, Slide-Gitarren und vorwärts treibende Rhythmen sorgen mit „Torn Asunder“ nicht nur für einen fetzigen Start, sondern geben die Marschrichtung fürs gesamte Album vor, gelegentlich unterbrochen durch stimmungsvolle Balladen wie „See You Through“, das STEEPWATER BAND-Gitarrist Jeff Massey glänzen lässt, „Hold Your Breath“, mit mehr als einem bisschen blindem Glauben und der Rausschmeißer „110912“.
Nicht alle Stücke sind so einprägsam wie der Opener, die zupackende Muddy Waters-Hommage „Come Hell Or Muddy Water“ oder „Darken My Door“, mit Gospel-Prolog, „Death Of Me“ oder „War Horse“ sind eher gediegene Standardware als kommende Klassiker. Aber ordentlich Mojo besitzt das gesamte Album.
FAZIT: Auf ihrem Zweitling spielen MOJO RADIO rotzigen Blues, mit gelegentlichen seelenvollen Verschnaufpausen. Nicht der Gnadenhammer vor dem Herrn, aber ein zeitloses Vergnügen, made in Wisconsin. Macht zudem Lust, die Ahnen im Geiste und Geblüt mal wieder hervorzukramen.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.12.2013
Scott Aumann
Adam Zierten
Jason Peterson, Jeff Massey
Erik "E-Rock" Anderson
Brent King, Tim Schmidt
Adam Zierten(Harmonica)
Grooveyard Records/Just For Kicks
47:31
15.11.2013