Sich durch den Backkatalog von MOLLY HATCHET zu wühlen, ist keine ganz einfache Geschichte, denn neben zwölf regulären Studioalben (von durchweg mindestens empfehlenswerter Güte, übrigens) finden sich zahllose Compilations, Best-Of-Alben, Bootlegs oder Live-Scheiben. Auch „Paying Tribute“ nimmt einen Sonderstatus ein, ist im Grunde genommen nur eine leicht abgeänderte bzw. verschlankte Version des 2012er-Tribute-Albums „Regrinding The Axe“.
So finden sich auf „Paying Tribute“ insgesamt zehn Songs, die MOLLY HATCHET als Inspiration für ihren harten Southern Rock ausgemacht haben, sowie drei Liveaufnahmen eigener Klassiker. Dass sich hierbei keine Songs aus dem aktuellen Jahrzehnt finden, dürfte angesichts der langen Karriere der Südstaatenrocker nicht wirklich überraschen. Ebenso wenig ist die Titelauswahl überraschend oder gar aufregend. „The Boys Are Back In Town“ (THIN LIZZY), „Mississippi Queen“ (MOUNTAIN), „Dreams I’ll Never See“ (ALLMAN BROTHERS) oder „Tequila Sunrise“ (EAGLES) werden größtenteils relativ dicht am Original eingespielt, wobei insbesondere die markante Stimme von Phil McCormack eigene Akzente setzen kann – und über die exzellente Gitarrenarbeit von Bobby Ingram und Dave Hlubek muss man wohl keine großen Worte mehr verlieren. Insgesamt hätte die eine oder andere mitreißende Nummer dem Album noch gutgetan, insgesamt geht’s ein wenig zu ruhig und beschaulich zu. Manches Mal wirken MOLLY HATCHET sogar recht uninspiriert und gelangweilt. Und wer „Regrinding The Axes“ schon im Regal stehen hat, der braucht „Paying Tribute“ wirklich nur dann, wenn er wirklich restlos alles haben muss.
FAZIT: Angesichts der Tatsache, dass „Regrinding The Axes“ noch relativ frisch ist, ist die Veröffentlichung dieser Version alles andere als zwingend. Entbehrliches Tribute-Album einer ansonsten unterstützenswerten Legende.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.02.2013
Tim Lindsey
Phil McCormack
Bobby Ingram, Dave Hlubek
John Galvin
Scott Craig
Collectors Dream Records
57:40
18.01.2013