Nächste Single, nächste Chance. Nach ihrem Erfolgsalbum "After The War", das immerhin auf Platz 6 in den deutschen Albumcharts landete, legen die Hamburger Gothic - äh - Rocker mit "My Deal With God" eine neue Single vor, die gleichzeitig Vorbote des nächsten Chartstürmeralbums ist. Zugegeben, das bisherige Schaffen der Band hielt ich für schwerstens überbewertet, dementsprechend ging ich mit nicht allzu hohen Erwartungen an die beiden neuen Songs - und wurde in meiner Meinung bestätigt.
Sorry, aber ein flotter Beat und ein paar Alibi-Gitarren nebst tiefer Stimme machen noch lange keinen Gothic Rock aus. Denn spätestens im penetrant eingängigen, furchtbar glattpolierten Refrain hat "My Deal With God" wirklich nichts mehr mit dem zu tun, was man unter Gothic Rock versteht. Das hat nichts mit echter Düsternis zu tun, das hat nichts mit tief gehenden Gefühlen zu tun. Das ist oberflächlicher, kitschiger und kalkulierter Gothic Schlager, der an Irrelevanz kaum zu überbieten ist. Aber der Erfolg gibt MONO INC. doch Recht, mag man da entgegenhalten - klar, ist bei UNHEILIG ja nicht anders, nur hat das eben nichts mehr mit dem zu tun, was damals in den 80ern von Bands, deren Namen man hier gar nicht erwähnen möchte, gestartet wurde. "A Better Way To Die" ist der zweite Song auf der Single, ein Schunkelwalzer mit Streichern im Refrain, der sich um die Todessehnsucht einer Protagonistin dreht und mit lebensbejahendem Romantikmist konterkariert wird.
FAZIT: Ich gebe es auf, das wird nichts mehr mit MONO INC. und mir in diesem Leben. Dass die Band überhaupt noch in der schwarzen Szene stattfindet, ist und bleibt mir ein Rätsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Ich habe es immerhin versucht - mein Scheitern schmerzt jedoch kein bisschen.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.04.2013
Manuel Antoni
Martin Engler
Carl Fornia
Katha Mia
NoCut/SPV
07:30
22.03.2013