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Monster Magnet: Last Patrol

Stil: Psychedelic Rock

Cover: Monster Magnet: Last Patrol

Das persönliche Verhältnis des Rezensenten zu MONSTER MAGNET darf gerne in der Vorstellung des Vorgängers „ Mastermind“ nachgelesen werden und so ist auch dieses Review sicherlich ein wenig subjektiv und durch die Fan-Brille gesehen.

MONSTER MAGNET sind definitiv zurück. Aber nicht im abgebrühten vollbusigen Spiegelbrillen-Spagat-Stadion-Rock, sondern auch schon optisch in der psychedelischen Frühphase der Band, die ganze Heerscharen von Stoner-Rock-Epigonen beeinflusst hat. Zu diesem Unterfangen hat Chef Wyndorf jetzt seine Band paritätisch mit RIOTGOD- und ATOMIC-BITCHWAX-Musikern besetzt, die es tatsächlich schaffen, an alte Großtaten zu erinnern, während der Meister in Interviews darüber lamentiert, dass er mit Bands wie PEARL JAM touren muss und nicht angemessen mit MC5 oder den STOOGES.

Auch wenn sicher tausende Musiker einen Orgasmus kriegen würden, wenn sie die Bühne betreten dürften, auf die Eddie Vedder gespuckt hat, kann man Dave Wyndorf doch verstehen. Mit Grunge oder Artverwandtem hat „Last Patrol“ wirklich zu keiner Sekunde zu tun. Wenn schon Namedropping, dann bitte vorgenannte oder eventuell noch HAWKWIND, die den ausgeprägten Psychedelic-Anteil an aktuellen Werk repräsentieren dürften.

MONSTER MAGNET haben im Laufe ihrer Existenz nicht nur gelernt, Drogen hoffentlich gut dosiert einzunehmen, sondern auch den Drogen-Anteil in der Musik kontrolliert einzusetzen. So ist auf „Last Patrol“ kein „Lizard Johnny“ oder „Freakshop USA“ zu finden, sondern eine Variante derselben, die auf hartem Rock basiert und mit Space-Ausflügen garniert wird. Die Außerirdischen sind mit an Bord, aber sie haben nicht die Kontrolle über das Mutterschiff übernommen. Das macht einerseits den Reiz des Album aus, andererseits kann die Grenze zum vollständigen Kontrollverlust Musik zusätzlich beleben, ein Einwand, der sicher kommen wird und genauso sicher auch seine Berechtigung hat.

Aber „Last Patrol“ hat verdammt viele gute Songs an Bord, zu denen auch das straight rockende „Hallelujah“ und die mit Bongos und Sitar verzierte Donovan-Cover-Version von „Three Kingfishers“ gehören. Persönliche Highlights sind aber die eröffnenden und schleißenden ruhigeren „I Live Behind The Clouds“ und „Stay Tuned“, die Wyndorf nachdenklich zeigen, aber durch ein beeindruckende Gesangsleistung brillieren.

FAZIT: MONSTER MAGNET setzen ihre auf „Mastermind“ begonnene Rückbesinnung konsequent fort. Wer das Frühwerk der Band mehr als ihren Stadion-Rock schätzt, der wird seine wahre Freude an „Last Patrol“ haben. Großartiges Album.

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.12.2013

Tracklist

  1. I Live Behind The Clouds
  2. Last Patrol
  3. Three Kingfishers (Donovan-Cover)
  4. Paradise
  5. Hallelujah
  6. Mindless Ones
  7. The Duke (of Supernature)
  8. End Of Time
  9. Stay Tuned
  10. Strobe Light Beatdown (LP-Bonustrack)
  11. One Dead Moon (LP-Bonustrack)

Besetzung

  • Bass

    Jim Baglino

  • Gesang

    Dave Wyndorf

  • Gitarre

    Dave Wyndorf, Garret Sweeny, Phil Caivano

  • Schlagzeug

    Bob Pantella

Sonstiges

  • Label

    Napalm Records

  • Spieldauer

    52:58

  • Erscheinungsdatum

    28.10.2013

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