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The Henry Girls: December Moon

Stil: Irish Folk und Pop als wahres Überraschungsei

Cover: The Henry Girls: December Moon

Wer nicht bereits nach dem ersten Hördurchgang von „December Moon“ Frühlingsgefühle, was immer auch der Album-Titel zu vermitteln versucht, bekommt, während ganz Deutschland dem Osterfest entgegenfröstelt, dem ist absolut nicht mehr zu helfen.

Bei den HENRY GIRLS, die geschickt Irish Folk mit Americana und einer Prise Country sowie Pop verbinden, sind warme Klanglandschaften aus wohligen, wundervollen Satzgesängen, wie sie die CORRS nicht besser hinbekommen könnten, angesagt, die zusätzlich bunte Musik-Blümchen aus Harfen, Akkordeon, Fiddle und Piano erblühen lassen. Der Winter scheint weit weg zu sein, obwohl die Musik durchaus auch die wohlige, ruhige Atmosphäre eines knisternden Kamins in der Eiseskälte der viel zu langen vierten Jahreszeit in sich trägt, während an den Fenstern der Frost seine Eisblümchen malt.

KAREN, LORA & JOLEEN McLAUGHLIN haben zwar nichts mit dem Ausnahme-Gitarristen und MAHAVISHNU-Oberhaupt zu tun, dafür scheinen sie trotzdem sehr familiär geprägt zu sein. Ihr Großvater war beispielsweise der Namensgeber für ihre Band, deren Musik selbst bei Familienfeiern der unterschiedlichsten Generationen durchaus generationsübergreifend zünden könnte. Egal, ob man bei „Ol' Cook Pot“ mitwippt, bei „Sing My Sister Down“ ein wenig Protest-Song-Gefühle aufkommen lässt, bei „December Moon“ sich in den Wilden Westen versetzt vorkommt oder in „Moonstruck“ verträumt dem Harfenspiel von Wolke 7 lauscht. Die Musik der HENRY SISTERS ist alles, nur nicht langweilig.

Wenn dann auch noch „Rain And Snow“ mit einem solistischen Gesang-Solo, in das die Harfe einstimmt, eröffnet wird, dann ist der liebe Gott nicht mehr weit, der von seinem Wölkchen auf uns herniederlächelt und sich sehnsuchtsvoll wünscht, dass die drei Schwestern vielleicht auch mal ein Gastspiel in seinen, der Welt längst entfremdeten, Gefilden aufführen könnten, während wir auf unserer schönen Erde die Freiheit am Hindukusch verteidigen und für den Krieg schöne Worte suchen. Dagegen ist „December Moon“ der pure Musik-Pazifismus.

FAZIT: Wer Irish Folk mag, saubere Satzgesänge liebt und Melodien, die sofort ins Ohr gehen, sucht, der hat hiermit sein Wunsch-Osterei gefunden. Versteckt unter einer Schneeschicht kämpft sich die wohlige Wärme des „December Moon“ durchs Eis, um seine ganze Farb- und Klangvielfalt zu offenbaren. Eine Entdeckung – nicht nur zu Ostern!

Punkte: 13/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2013

Tracklist

  1. Sing My Sister Down
  2. December Moon
  3. Moonstruck
  4. Rain And Snow
  5. The Long Road
  6. Wtching The Detectives
  7. Stop Saying Forever
  8. Sweet Dreams
  9. Aisling
  10. When Will I See You Again
  11. Fool's Gold
  12. Ol' Cook Pot
  13. Farewell
  14. Couldn't Ask For More

Besetzung

  • Bass

    Nicky Scott

  • Gesang

    Karen McLaughlin, Lorna McLaughlin, Joleen McLaughlin

  • Gitarre

    Cameron Malcolm, Ted Ponsonby

  • Keys

    Joleen McLaughlin

  • Schlagzeug

    Liam Bradley, Ross McFarlane

  • Sonstiges

    Karen McLaughlin (Fiddle), Lorna McLaughlin (Akkordeon), Joleen McLaughlin (Harfe), Denise Boyle (Fiddle und Viola), Außerdem Trompeten, Saxofon und Trombone!

Sonstiges

  • Label

    Beste! Unterhaltung

  • Spieldauer

    46:22

  • Erscheinungsdatum

    15.03.2013

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