Als eine der frühen Abyss-Produktionen 1996 entstanden und im Folgejahr über das berüchtigte Label No Fashion veröffentlicht stellt dieses einzige Album der Schweden THE MOANING eine kleine Underground-Perle im Bereich des schwarz lackierten Melodic Death Metal dar. Diese neue Auflage enthält die drei Stücke eines 1994er Promo-Tapes sowie eine Fassung des Titeltracks von 1995.
Die Handschrift der Strippenzieher Svensson und Patrik Törnkvist (GATES OF ISHTAR, THE EVERDAWN) lässt sich rasch erkennen: Rasende, häufig gegenläufige Melodien hinter kehligen Schreien wechseln sich mit fast zum Schunkeln animierenden (vor der Banalisierung der Stilistik noch nicht verpönt) Passagen ab, wobei anders als bei den späteren Kompositionen der Musiker weniger Catchiness als stete Bewegung angesagt ist. Die einzelnen Parts sind ob ihrer Melodik häufig sehr eingängig („Of Darkness I Breed“), aber strukturell handelt es sich bei diesen Songs eher um fortlaufende Geschichten mit Anfang und Ende, aber nur wenigen Selbstbezügen – oder einfach gesagt: Griffige Refrains kann und muss man nicht finden.
Dafür darf man sich an jugendlich unwirschen Solos sowie den ersten rockigen Andeutungen erfreuen („Dying Internal Embers“), welche die Musiker hier machen. Der Einfluss von IRON MAIDEN („Mirror Of The Soul“, der einzige Hit der Scheibe) ist dabei so wenig unter den Tisch zu kehren wie die leicht technische Ader der frühen AT THE GATES, die etwa in „A Dark Decade's Rising“ oder „Dreams In Black“ zum Tragen kommt. Andreas Nilzon dürfte zwischendurch am Schlagzeug von SATARIEL eingeschlafen sein, so gekonnt forsch (die Beckenarbeit!), wie er hier trommelt.
Die erwähnten Demos verfügen logischerweise über weniger Druck, machen den Bass aber hörbar und stinken spielerisch nicht ab, wobei die schreiberisch hochwertigen und exklusiven Promo-Lieder für Historiker einen echten Kaufzwang darstellen. Solche Musik wird auf diesem Niveau und atmosphärischem Level heute nicht mehr gemacht.
FAZIT: THE MOANINGs Besetzung legte Zeugnis über den skandinavischen Metal-Inzest ab, derweil ihre Musik über jeden Zweifel erhaben war, zumindest für Swedeath-Kenner. „Blood From Stone“ ist keine Konsens-Veranstaltung, sondern klirrt angenehm neben anderen Zweitreihern wie A CANAROUS QUINTET oder der übersehenen ersten (und zweiten) Scheibe von UNANIMATED.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.01.2013
Niklas Svensson
Pierre Törnkvist
Patrik Törnkvist, Mikael Granqvist
Andreas Nilzon
Century Media / EMI
56:05
25.01.2013