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The Opium Cartel: Ardor

Stil: Progressive Rock

Cover: The Opium Cartel: Ardor

Ein wenig vermisst man WHITE WILLOW nach wie vor, aber mit THE OPIUM CARTEL hat sich Jacob-Holm Lupo heimlich, still und leise eine ganz eigene Spielwiese erschlossen, die nach dem bereits bunten Debüt erneut mit einer spannenden Schar von Gästen gefällt - doch stark wäre "Ardor" vermutlich auch mit Unbekannten im Kader, wobei ...

... als prominent lassen sich die Protagonisten kaum bezeichnen, denn die Namen Tim Bowness oder Rhys Marsh zergehen allenthalben Kennern von zeitgenössischem Prog auf der Zunge, aber wie dem auch sei: "Ardor" lebt von seiner feinfühligen Produktion, weil sich der Komponist stilistisch nicht festlegen lassen möchte und Elektro-Elemente (Die PIXEL-Mitglieder verpflichten), fast klassischen Progressive Rock (Die Dark-Folk- oder Songwriter Variante während "Silence Instead") und kunstvollen Pop miteinander verschränkt. Der Grundcharakter bleibt dabei zumeist entrückt distanziert, wie man es von Lupos Hauptband oder Nachbarn wie PAATOS kennt, dies inbesondere während der von weiblichem Gesang getragenen Stücke. Venke Knutson ist in ihrem Heimatland eine relativ große Nummer und eine Entdeckung wert, zieht man etwa "Kissing Moon" oder "Then Came The Last Days Of May" In Betracht.

Danks Alexander Steneruds Organ klingen vor allem "Northern Rains" und"When We Dream" stark nach A-HA, doch Lupos Melodieführung bleibt unverkennbar, sodass sich ein vertrautes Gefühl beim wissenden Hörer einstellt und etwa "Revenant" oder "The Waiting Ground" die Zeiten von"Signal To Noise"heraufbeschwört. WOBBLERs Keyboard-Monster Froisle hält sich erstaunlicherweise zurück, und selbst der finale Longtrack ist kein Epos, wie man es vielleicht hätte erwarten können.

FAZIT: In der Gesamtheit seiner vielfältigen Einflüsse klingt "Ardor" erstaunlich homogen und funktioniert im gegenwärtigen Artrock-Betrieb trefflich als originelles Bindeglied zwischen vielleicht JOY DIVISION, PORTISHEAD sowie Steven Wilsons Solowerken - Moderne und Rock-Altertum treffen auf eine schwer zu greifende Indie und Post-Jazz-Note, wodurch THE OPIUM CARTEL klanglich lange reizvoll bleiben, gleichzeitig da zudringliches Songwriting nicht sofort ersichtlich wird und unter die Haut gehende Emotionen selten stattfinden. "Vernunft korrigiert den fiebrigen Pulsschlag", wie der in der CD-Hülle zitierte Vladimiar Nabokov einst schrieb.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.11.2013

Tracklist

  1. Kissing Moon
  2. When We Dream
  3. Silence Instead
  4. Northern Rains
  5. Revenant
  6. White Wolf
  7. The Waiting Ground
  8. Then Came The Last Days Of May
  9. Mariner, Come In

Besetzung

  • Bass

    Jacob Holm-Lupo, Ellen Andre Wang

  • Gesang

    Jacob Holm-Lupo, Venke Knutson, Alexander Stenerud, Rhys Marsh, Tim Bowness

  • Gitarre

    Jacob Holm-Lupo, Mattias Olsson

  • Keys

    Jacob Holm-Lupo, Stephen James Bennett, Lars Fredrik Froisle

  • Schlagzeug

    Mattias Olsson

  • Sonstiges

    Ketil Vestrum Einarsen (Flöte, Fujara), Harald Lassen (Saxofon)

Sonstiges

  • Label

    Termo / Just For Kicks

  • Spieldauer

    51:18

  • Erscheinungsdatum

    08.11.2013

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