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The Phobos Ensemble: Lux Aeterna

Stil: Experi-Metal

Cover: The Phobos Ensemble: Lux Aeterna

Reichlich Sonderbares tischen uns die aus dem österreichischen Feldkirch stammenden THE PHOBOS ENSEMBLE auf, und schon nach drei Songs weiß der Schubladenfetischist nicht mehr, welches Schubfach er denn nun noch aufreißen soll.

Denn im Sound des Quartetts finden sich Thrash, Death, Prog, Alternative, Djent, Metalcore, Grindcore und hastdunichtgesehen wieder. Da schwirren einem Namen wie B-THONG, ROSICRUCIAN, TESTAMENT, ORPHANAGE, DARK MILLENNIUM, ACCU§ER, HAEMORRHAGE, KREATOR, SEPULTURA, DISHARMONIC ORCHESTRA, ALICE IN CHAINS und PSYCHOTIC WALTZ, FEAR FACTORY, CEREBRAL FIX und so verdammt viele andere Bandnamen vor dem Inneren Auge, und so wirklich greifbar sind sie dann doch nicht, da sämtliche Fremdbandgerüche von einer massiven eigenen Duftmarke überdeckt werden.

Die einzelnen Songs sind ein komplexes Gestrüpp, bestehend aus heftigen und brutalen Parts, Grooves, Breaks, Stakkati, Gebrüll, Geknurre, Gekreische, Gequieke und teils mehrstimmigen Clean Vocals. Im einen Moment solide mit dem Hammer klopfend, dann wieder federleicht groovend, psychedelisch grungend, hysterisch massakrierend, freaky umherspinnend, packend melodeiend, ist „Lux Aeterna“ ein wahrer musikalischer Knallfrosch, bei dem man nie vorhersehen kann, wohin er als nächstes springen mag.

THE PHOBOS ENSEMBLE sind den idealistischen und unbequemen Weg gegangen, probieren sich selbst ständig aus, fordern den Hörer permanent heraus und belohnen ihn mit gehaltvollen und dennoch nachvollziehbaren Songs, und jede einzelne Note klingt schlichtweg ehrlich. Ehrlich ist auch der Sound, denn bei Mischpultmeister Andy Classen hat man erst gar nicht großartig in die Trickkiste gegriffen - stattdessen ballert aus den Boxen ein hochtransparenter, ungeschönter, organischer, rauer Sound, der Live ohne großartige Knopfdreherei reproduzierbar ist.

FAZIT: THE PHOBOS ENSEMBLE zeigen absolut unverkrampft, dass im Metal auch im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch längst nicht alles gesagt ist. Und das ganz ohne Recycling oder Anbiederei, sondern mit viel, viel Mut.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.02.2013

Tracklist

  1. Blood Leaves
  2. Redeemed Unleashed
  3. Shock Treatment
  4. Ancient Chrome
  5. Steamhammer
  6. Omni te absolvo
  7. Unburied
  8. The Fallen
  9. Lux aeterna
  10. Charons Waltz

Besetzung

  • Bass

    Emanuel „Van Smaak“ Kofler

  • Gesang

    Alex „Lex Cold Gold“ Goltnar, Simon „No Mis“ Benzer, Simon „Simon Reeds“ Reinelt

  • Gitarre

    Simon „Simon Reeds“ Reinelt

  • Schlagzeug

    Simon „No Mis“ Benzer

Sonstiges

  • Label

    Neutrum Records

  • Spieldauer

    47:40

  • Erscheinungsdatum

    2012

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