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The Resentments: Welcome To Our Living Room – Live At The Lab In Stuttgart

Stil: Country Rock / Americana

Cover: The Resentments: Welcome To Our Living Room – Live At The Lab In Stuttgart

Das Schicksal meinte es nicht gut mit dem Quasi-Fixstern der Americana-Szene (Chipman war schließlich bei der BAND OF HEATHENS, Hughes bei UGLY AMERICANS, Bruton bei unter anderem Bob Dylan und Bonnie Raitt): Der ursprüngliche Trommler John Treanor verlor schon 2001 einen Kampf gegen den Krebs, Bruton folgte im 2009. Diese beiden 2006 aufgenommen Konzert-Sets aus Stuttgart stellen das beste der bis dahin vier Studioalben von THE RESENTMENTS zusammen und verzücken sicherlich vor allem all jene, die dabei gewesen sind.

Die Musik der Gruppe zeichnet sich durch den mehrstimmigen Gesang – alle Mitglieder haben exzellente Stimmen – sowie den geschulten Umgang mit den eigenen Roots aus: Tonart-Modulationen, Latin-Schlenker („Volver“) und jazzige Solos sind im Country-Bereich eher eine Seltenheit, wohingegen sich der Southern Rock am liebsten mit stumpfem Hauruck selbst feiert. Zweitens wären da die beseelten Texte der Männer, die weniger ins Redneck-Schema passen als das Drangsal des kleinen Mannes auf beseelte Art mittelbar machen – „Plain And Simple“ eben.

Besonders am Herzen liegt den Musikern „On My Way To See You“, von dem etwa der zackige Blues „Jesse Taylor“ (eine Eloge auf den gleichnamigen Zuarbeiter von Joe Ely), das schmierige Slide-Fest „Just A Fever“, „Sole Satisfaction“ und „Coming Down“ stammen, nicht zu vergessen die schöne Ballade „Heart Of Hearts“. Diese Disziplin beherrscht die Gruppe ohnehin sehr gut, auch in Form von „Getting Over You“ oder dem intimen „Switcheroo“-Stück „Gwendolyn“. Mit „Tip Me Over“ und „You And Your Lady“ wagen THE RESENTMENTS einen sachten Ausflug ins Funkige, denn neben reichlich Wehmut (Fred Neils herbes "Everybody's Talkin'" als Coverstück) versprüht die Combo auch viel Lebensfreude, sei es mit „Drinkin' On Weekends“ und dem beschwingten „Several Thousand“ oder wenn Chipman Chuck Berrys „Too Much Monkey Business“ knödelt.

Die DVD macht wie an der Songliste zu erkennen leichte inhaltliche Abstriche und ist auch bildlich nicht das Gelbe vom Ei, aber um den Protagonisten auf die Finger zu schauen mehr als ansprechend, zumal sehr lange und für sich selbst sprechend. Mal sehen, wie sich die Rumpfbesetzung mit dem neuen Sänger und Gitarristen Miles Zuniga in Zukunft behauptet. Das hier ist jedenfalls Pflicht für Alterna-Country-Kenner.

FAZIT: Mehrwert fürs Geld bietet dieser Doppeldecker mit optischem Bonus zur Genüge; THE RESENTMENTS live sind aufgrund ihrer Musikalität und inhaltlichen Tiefe einen Hör wert, nicht nur für Menschen mit Schlapphut.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.01.2013

Tracklist

  1. CD 1
  2. Sole Satisfaction
  3. Plain And Simple
  4. Coming Down
  5. Jesse Taylor
  6. Just A Fever
  7. Damaged Goods
  8. People Ask Me
  9. Full
  10. Heart Of Hearts
  11. State Of Distraction
  12. Demolition Girl
  13. Something Wonderful
  14. Nobody Gets Hurt
  15. Ricebirds
  16. Devil
  17. Everybody’s Talkin’
  18. CD 2
  19. Teach Me How To Stay
  20. You And Your Lady
  21. Bluebird
  22. Swept Away
  23. Getting Over You
  24. She Gives Me Religion
  25. Too Much Monkey Business
  26. Tip Me Over
  27. Volver
  28. I Do My Drinking On The Weekends
  29. Gwendolyn
  30. Several Thousand
  31. Big Sweet Life
  32. DVD
  33. Sole Satisfaction
  34. Plain And Simple
  35. Coming Down
  36. Jesse Taylor
  37. Heart Of Hearts
  38. State Of Distraction
  39. Demolition Girl
  40. Something Wonderful
  41. Nobody Gets Hurt
  42. Ricebirds
  43. Devil
  44. Everybody’s Talkin’
  45. Teach Me How To Stay
  46. You And Your Lady
  47. Bluebird
  48. Swept Away
  49. Just A Fever
  50. Damaged Goods
  51. People Ask Me
  52. Full
  53. Getting Over You
  54. She Gives Me Religion
  55. Too Much Monkey Business
  56. Tip Me Over
  57. Volver
  58. I Do My Drinking On The Weekends
  59. Gwendolyn

Besetzung

  • Bass

    Bruce Hughes

  • Gesang

    Scrappy Jud Newcomb, Bruce Hughes, John Chipman

  • Gitarre

    Scrappy Jud Newcomb, Stephen Bruton, John Dee Graham

  • Schlagzeug

    John Chipman

Sonstiges

  • Label

    Blue Rose / Soulfood

  • Spieldauer

    71:49 + 62:35 + 128:02

  • Erscheinungsdatum

    01.02.2013

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