Die Idee zu diesem Projekt der Legende Stephen Stills keimte gemeinsam mit Kenny Wayne Shepherd, Amerikas bereits altgedientem Jung-Blueser Nummer eins, beim Sportgroßereignis Superbowl auf. CHICAGO-Organist Barry Goldberg komplettiert den Reigen zu einem nicht alltäglichen Roots-Album.
Programmatischer Blues ("Mississippi Roadhouse", "Can't Get Enough Of Loving You" mit Gospel-Chor) ist auf "Can't Get Enough tatsächlich beinahe nur Nebensache. "That's A Pretty Good Love" hat "Hit The Road Jack"-Flair, "Honey Moon" sowie "Talk To Me Baby" erweisen sich als Boogies, ersteres Stück als längerer Bandwurm, wo Die Gruppe ansonsten erfreulich kompakt aufspielt.
In der lakonischen Ballade "Only Teardrops Fall" kommt erneut "schwarze" Kirchen-Atmosphäre auf, wobei Stills' knorriger Gesang schon gefallen muss, um insgesamt warm zu werden mit der Combo. THE RIDES hauen "Search And Destroy" von THE STOOGES ebenso fulminant heraus wie Neil Youngs "Rockin' In The Free World" und knüpfen mit dem tollen Finale "Word Game" an diese kraftvollen Zeugnisse ihrer musikalischen Frische an. Zwar wird "Can't Get Enough" keinen unverbesserlichen NuRock-Hörer die Tradition lehren, doch dafür klingen gerade die Älteren unter den Protagonisten damit so glaubwürdig jugendlich wie kaum einer ihrer Altersgenossen.
FAZIT: THE RIDES siedeln sich weniger zwischen dem Sound der Mitglieder an als im Metier der Power-Trios mit deutlichem Singer-Songwriter-Bezug. Die zehn Songs auf "Can't Get Enough" decken eine breite Spanne ab und markieren einen Höhepunkt in Sachen realer Americana 2013.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.08.2013
Stephen Stills
Kenny Wayne Shepherd, Stephen Stills
Barry Goldberg
Mascot / Provogue
48:16
27.08.2013