Wer nicht genug bekommen kann von melodischem Punk mit konstruktiver statt anarchischer Philosophie, sich aber nicht dennoch nicht als Pop-Weichei versteht, wird mit dem Debüt von THE SKY WE SCRAPE sehr warm werden, wenn auch nicht lichterloh in Flammen aufgehen.
Gerade ihrer Heimatstadt Chicago weist man im Zusammenhang mit ihrem Stil häufig das Präfix Post zu, und in exakt diesem Zeichen steht die junge Band auch. Theoretisch im Radio Spielbares wie "Southern Hospitality" oder "The Shortest Distance" mit programmatischen Singalongs und gefälligen Leads – der Spielwitz der Combo ist mitunter erfreulich hoch – steht rüpelhaften Seltenheiten ("Today's Top Story") gegenüber, wobei letztere keine Kontrastpunkte setzen, das Einerlei aber zumindest im Ansatz aufbrechen. Schunkler der Kategorie von "Sweet Vermouth" (selbstredender Titel) darf man sich in Zukunft sparen, während die jeweiligen Sänger (alle drei Saiten-Bearbeiter trällern oder knattern ins Mikro) mehr Abwechslung bemühen müssen.
FAZIT: THE SKY WE SCRAPE kratzen weder am Firmament, noch schürfen sie besonders tief, und was den Titel dieses Albums angeht: „Divides“ vereint eher unter der Konsens-Haube, statt zu spalten. Red City Radios Garrett Dale als Gast im Schlüsselsong 'Albatross' steht beweisend für diese Einschätzung.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.10.2013
Aaron
Jason, Steele
Jason, Steele
Justin
Gunner Records / Uncle M / Broken Silence
42:39
01.11.2013