Diese US-Truppe fackelt auf ihrem zweiten Album nicht lange und verbindet Punk mit Southern beziehungsweise Classic Rock zu einem archaischen wie modern frisch klingenden Gemenge.
Dabei ist der Opener "Mr. Informer" nicht einmal das fiebrigste Stück der recht kurzen Scheibe. THUNDERLIP, die trotz zahlreicher Besetzungswechsel wie eine sichere Bank klingen, geben sich im stilistisch engen Rahmen sehr variabel und beherrschen zudem alle kompositorischen Kniffe, die man braucht, um langfristig interessant zu bleiben. Dazu gehören beispielsweise auch die smarten Taktwechsel während "Rock Lady" oder das generell funky Spiel der Rhythmusgruppe.
Chuck Krueger ist kein Goldkehlchen, hat aber eine Melodieführung drauf wie Phil Lynott ("Denim Destiny") und flicht euphorische Schreie zwischen einem Arsenal von Zwillingsgitarren ein. Das flotte "Denim Destiny" gemahnt an Proto-Stoff wie THE STOOGESoder eine kontrollierte und virtuose Version von ZEKE. Interessenten sollten "Pooler" anchecken, das als digitale Single erhältlich ist, oder besser noch die beiden zusammenhängenden "Prophecy"-Stücke, deren letztes eine unverhofft epische Note mit einfließen lässt.
FAZIT: Die Rockszene in North Carolina wirft beeindruckend starke Bands ab, und THUNDERLIP spielen mit ihrem Sound, der im Geiste von Combos wie PRIESTESS oder VALIENT THORR zu verstehen ist, ganz oben mit: unbeschwert, aber textlich nicht plump und instrumental ein fast durchgehendes Feuerwerk.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.03.2013
Angela Yeagher
Chuck Krueger
James Yopp, Johnny Yeagher
Johnny Collins
Eigenvertrieb
31:51
02.07.2012