Schweden ist ein Fass ohne Boden, was das Hervorbringen von neuen Hardrock- und Heavy-Metal-Bands betrifft. Dass dabei nicht immer etwas existenziell Sensationelles auf den Markt geschmissen wird, versteht sich von selbst – auch THYREOS sind mit ihrem zweiten Album „I Don’t Live To Fail“ noch nicht in der Bel Etage des melodischen Metals angekommen.
Handwerklich gibt es nur wenig auszusetzen; die Songs sind kompetent eingespielt, offenbaren eine breit gestreute Palette von Einflüssen: HAMMERFALL, EDGUY neueren Datums, klassischer skandinavischer Hardrock, hier und dort auch mal härtere Töne – doch, die Zutaten stimmen, und auch Sänger Fredrik Nordin macht eine ordentliche Figur. Das Problem, sowohl bei den Songs als auch bei Nordins Vocals: Nur selten kommen sie über den gehobenen Durchschnitt hinaus. Es gibt feine Ansätze, doch etliche Songs rauschen links hinein und rechts wieder hinaus, ohne eine bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben oder den Anschein zu erwecken, etwas ganz Besonderes zu sein. Nett. Und das ist gar nicht einmal böse gemeint.
FAZIT: Grundsätzlich machen THYREOS vieles richtig, setzen auf Abwechslung und Variation statt, wie viele andere neue Bands, stoisch in einem eng gesteckten musikalischen Korsett zu agieren. Wenn beim nächsten Mal noch ein paar mehr packendere Songs im Stile des Melo-Hits „If Tomorrow (Would Break Into Silence)“ hinzukommen, gibt’s auch eine höhere Benotung.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.08.2013
Fredrik Nordin
Fredrik Nordin
Gianni Bonafedi
Erik Palmqvist
Henrik Johansson
Sliptrick Records/Pure Steel
47:29
26.06.2013