Mit ihrem nunmehr dritten Album holen die vier Polen von TIDES FROM NEBULA zum nächsten Schlag aus und präsentieren sich auf "Eternal Movement", dem Nachfolger des 2011 veröffentlichten "Earthshine", dem Titel entsprechend mit mehr Elan und üppigeren Arrangements. Konstant bleibt dagegen die positive Grundstimmung des Materials sowie der Verzicht auf die ganz großen Momente bzw. Kontraste, wie sie beispielsweise von THIS WILL DESTROY YOU praktiziert werden.
Das Artwork spiegelt den nach wie vor rein instrumentalen Inhalt hervorragend wieder. Ähnlich dem kugelförmigen Konglomerat an bunten Flächen und funkelnden Sternen, fallen die acht neuen Songs farbenfroher und vielschichtiger aus als zuvor. Neben einer gewachsenen Zahl elektronischer Spielereien und Details fällt zudem die gesteigerte Präsenz der Keyboard-Passagen auf, die von bedächtigen Flächen bis hin zu tragenden Piano-Melodien reichen und so zuweilen trotz allgemein eher zurückhaltender Verwendung druckvoll verzerrter Gitarrenarbeit für amtlich breite Soundwände sorgen.
Beinahe hektisch und chaotisch beginnt die Reise mit "Laughter Of Gods", bevor sich die Klangwolke in ihre Bestandteile auflöst, die Instrumente neu sortieren und dann getragen von gemächlich groovenden Rhythmen des Schlagwerks weite Melodiebögen gesponnen werden. Das vorab veröffentlichte "Only With Presence" kommt anschließend ungewöhnlich schnell auf den Punkt und offenbart einige Parallelen zu LONG DISTANCE CALLING sowie IF THESE TREES COULD TALK, während Tracks wie das herausragende "Emptiness Of Yours And Mine" mit seinem elektronischen Beat über bedächtigen Ambient-Flächen eher an THE ALBUM LEAF erinnert, um letztlich in einen typisch melodiösen Höhepunkt à la TIDES FROM NEBULA zu münden. Das Duo aus "Now Run" und "Let It Out, Let It Flow, Let It Fly" bildet gemeinsam das Highlight Albums, bevor mit dem finalen "Up From Eden" nicht nur an der 10-Minuten-Marke gekratzt, sondern auch das Album zu einem würdigen Abschluss gebracht wird.
FAZIT: Der um einige Facetten erweiterte Sound steht den Polen gut zu Gesicht. "Eternal Movement" offenbart zudem mit zunehmender Spieldauer eine enormen Fülle an Sounds, die dabei jedoch nicht zum Selbstzweck verkommen, sondern jeder Harmonie und jedem Beat ihren ganz eigenen Farbtupfer verpassen.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.10.2013
Przemek W?g?owski
Adam Waleszy?ski, Maciej Karbowski
Tomasz Sto?owski
Long Branch Records / SPV
47:45
04.10.2013