Mit seinem neuen Album macht der US-Star das Dutzend voll und zeigt sich erneut eigentlich gar nicht mehr der Country-Basis zugehörig: Ein paar Pedal-Steel-Töne und ein Cowboyhut täuschen nicht darüber hinweg, dass Tim McGraw nicht zuletzt wegen seiner Texte für den amerikanischen Everybody schreibt und musiziert.
Konservatismus herrscht bei "Two Lanes Of Freedom" auf allen Ebenen: der gleiche Produzent wie ehedem, hochkarätige Gäste wie Keith Urban, selbst Solokünstler, und Taylor Swift sowie ein anhand der Lyrics ("Truck Yeah") ermittelter geistiger Horizont bis maximal an die Grenzen des nächsten Bundesstaates. Das breitwandige Titelstück, die Ballade "Friend Of A Friend" und das heitere "Southern Girl" sind auch ohne Fan-Brille zu gebrauchen, aber unter den nicht wenigen Bonustracks dieser "Deluxe"-Versionen befinden sich ebenfalls ein paar hörenswerte Nummern: die halb nach britischem Beat klingende Hommage "Mexicoma", der Schleicher "It's Your World" und das kraftvolle "Highway Don't Care"
FAZIT: Tim McGraw - aalglatter Country-Pop mit einigen härteren Spitzen, gemacht für die Charts in Übersee und auch hier nicht ohne Erfolg. Daran wird diese Kritik nichts ändern, und mal ehrlich: besser als alle Casting-Geschichten und tumber Deutschrock ist das hier definitiv, auch wenn Tiefe und Individualität fehlen.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.03.2013
Tim McGraw
Universal
63:43
08.03.2013