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Todd Thibaud: Waterfall

Stil: Solid As a Rock

Cover: Todd Thibaud: Waterfall

Vier Jahre sind seit „Broken“ vergangen, doch irgendwie ist die Zeit stehengeblieben. TODD THIBAUD legt auf „Waterfall“ einen Zahn zu, aber seine Musik ist wieder „handgemacht“ wie ein zufällig anwesender, weltgewandter und selbsternannter Musikexperte beiläufig erwähnt (welche Körperteile für andere Musiksparten zuständig sind, wissen wir nicht. Mundgeblasen? Fußgeklöppelt??), musikalische Revolutionen und Innovationsexplosionen bleiben aus. Lässt sich mit leben, sie sind ja nicht zwingend nötig.

Schnörkellos, solide und mit sattem Sound tönen die Songs aus den Boxen, meist im gepflegten Midtempo oder knapp darüber. Die Melodien sitzen, es gibt kein überflüssiges Herumlavieren, kein hohltönendes Pathos. „It‘s alright Ma, I’m only bleeding“ regiert in den intensivsten Momenten („Stranger“, bläsergestützt, verloren im zerstörten, geisterhaften „House of Love“ in New Orleans); eingängiger Wohlklang, nicht zu glatt, zu sanft, in den zum Mitwippen verführenden („Waterfall“). Mit jenem Hauch Traurigkeit versetzt, der noch aus jedem Gassenhauer einen Song für den „lonesome“ Highway macht

Erdige Songs, die mit jedem erneuten Hören kleine, feine Nuancen eröffnen. Wie das solistische Mandolinen-Finale von „Lonesome June“, die Schweineorgel im krachigen „Wears me Down“, oder das insgesamt berückende „When The Evening Falls Apart“. Wobei jede Ballade ihre Meriten besitzt; im relativ scharfen Rock-Kontext von „Waterfall“ wirken gerade die langsamen Songs („Change A Thing“, das scheue „Evermore“) umso mehr.

Zum Schluss noch ein kleiner Verweis (nein, der TODD hat keinen Unfug während des Unterrichts angestellt): Mehr PETTY als SPRINGSTEEN - und das ist auch gut so. Aber eigentlich ist TODD THIBAUD schon was Eigenes und gut aufgehoben bei Blue Rose.

FAZIT: Während „Broken“ ein netter Absacker am Ende einer langen Nacht war, ist „Waterfall“ der perfekte Start hinein. Zwingender und mitreißender als der Vorgänger, überzeugt TODD THIBAUD einmal mehr als eigenständiger Präsentator (mit großer Verwandtschaft) des wertebeständigen Teils der alternativen amerikanischen Rockmusik, die sich im Folk wie an der Westküste oder den eigenen Wurzeln verdammt gut auskennt. Nein, „konservativ“ wird bewusst nicht gewählt…

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 19.04.2013

Tracklist

  1. What May Come
  2. Not For Me
  3. Waterfall
  4. When The Evening Falls Apart
  5. Hollow
  6. Lonesome June
  7. Stranger
  8. All In A Dream
  9. My Own
  10. Wears Me Down
  11. Change A Thing
  12. Evermore

Besetzung

  • Bass

    Joe Klompus

  • Gesang

    Todd Thibaud, Sean Staples, Bill Janovitz, Chris Toppin, Tim Gearan, Mike Gent, Matt Tahaney, Ed Valauskas, Jen D'Angora

  • Gitarre

    Todd Thibaud, Thomas Juliano, Russell Chudnofsk

  • Keys

    Ben Zecker, Phil Aiken

  • Schlagzeug

    Pete Caldes

  • Sonstiges

    Sean Staples (Mandolin, Ukulele), Paul Ahlstrand, Scott Aruda, Eric Anderson

Sonstiges

  • Label

    Blue Rose Records/Soulfood

  • Spieldauer

    42:47

  • Erscheinungsdatum

    19.04.2013

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