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Tragedian: Decimation

Stil: Melodic Metal

Cover: Tragedian: Decimation

Wenn man als semi-erfolgreiche Metalband fünf Jahre lang ohne ein Lebenszeichen in der Versenkung verschwunden bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass man mit einem neuen Longplayer bei Null wieder anfangen muss. Ein Schicksal, dass sich TRAGEDIAN mit zahlreichen anderen Bands sicherlich teilt – „Decimation“ folgt dem Vorgänger „Dreamscape“ mit eben jenem bereits erwähnten Abstand von fünf Jahren.

In dieser Zeit wandelte sich nicht nur das Musikgeschäft, sondern auch die Bandkonstellation, und das sogar recht drastisch. Bis auf Gitarrist Gabriele Palermo wurde die komplette Belegschaft ausgetauscht. Musikalisch blieb dagegen weitestgehend alles beim Alten: Zu hören ist auf „Decimation“ äußerst melodischer Metal mit starker Keyboard-Schlagseite, allerdings erfreulich zurückhaltend angelegt, was den Einsatz von Chören betrifft. Sänger Val Shieldon hat es auch gar nicht nötig, dass seine Stimme von einem hundertfach verstärkten Digitalchor unterstützt wird; seine variable Stimme lässt mal Erinnerungen an Timo Kotipelto (STRATOVARIUS) aufkommen, klingt dann aber auch mal wie Gerrit Mutz (SACRED STEEL) oder Biff Byford (SAXON) – den einen oder anderen Wackler in schwierigeren Tonlagen inklusive.

Richtige Ausreißer nach oben gibt es nicht zu vermelden, allerdings bleibt man auch von wirklichen Tiefpunkten verschont. Die Band klingt frisch und unbekümmert, findet den richtigen Mix aus Mid- und Uptempo, bleibt bei aller Keyboard-Dichte doch meist auf dem metallischen Pfad, vermeidet den Fehler, den viele Bands machen, nämlich die Songs hoffnungslos zu überfrachten. An der einen oder anderen Stelle nimmt zwar die Dudelei Überhand, doch überwiegen zumeist die handfesten Melodien.

FAZIT: Nicht sensationell, aber durchaus solide: Wer alte SONATA ARCTICA mag oder sich eine drastisch abgespeckte Version von RHAPSODY vorstellen kann, wer auch ein Faible für die zweite Reihe der Melodic-Metal-Front, insbesondere italienischer Herkunft – SECRET SPHERE beispielsweise – hat, der darf gerne mal in „Decimation“ reinhören.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.09.2013

Tracklist

  1. Decimation
  2. Escape
  3. Forever
  4. United
  5. Destiny
  6. Inner Silence
  7. As On
  8. Crying In The Rain
  9. Shadows Of My Past
  10. Redemption
  11. Reach For The Sky

Besetzung

  • Bass

    Steve Vawamas

  • Gesang

    Val Shieldon

  • Gitarre

    Gabriele Palermo

  • Keys

    Dany All

  • Schlagzeug

    Max Polon

Sonstiges

  • Label

    Ice Warrior Records

  • Spieldauer

    41:55

  • Erscheinungsdatum

    30.08.2013

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