Das Quintett aus dem Burgenland im südöstlichen Österreich tönt, als existiere es deutlich länger als die nicht einmal vier Jahre, die es auf den Buckel bringt. Sicher, der Stil TREATEDs ist eher „jung“ und klingt über weite Strecken so, als hätten SHAI HULUD, A DAY TO REMEMBER, RUINER und Co. etwas zu viel Metal gehört, aber hinsichtlich der Professionalität und des kompositorischen Geschicks sind die fünf bereits ganz schön weit fortgeschritten.
Einerseits grooven die Herrschaften wie gerade der Schule entschlüpfte Hüpfer, andererseits wieder brettern sie wie dauerwütende, heftig angepisste Amerikaner aus den fiesen Vierteln, dann jedoch flitzen wieder blutjunge Skater durch das imaginäre Bild, nur um während des Sprungs von der Treppe das Rollbrett zu verlieren, und plötzlich steht derselbe Bub mit langer, schwingender Matte breitbeinig vor der untersten Stufe und posiert zu doppelläufigen Soli mit seinem Metallerkumpel um die Wette.
Feine Melodien sind das Fundament dieses vierzehn Songs starken Longplayers, und diese positiv-melancholischen Versatzstücke ergänzen sich hervorragend mit den angekratzt wirkenden hochgeschwinden Parts, und obgleich die hüpfkompatiblen Passagen alles andere als originell sind, so sind sie hier ein effektiv eingesetztes Stilmittel, das als perfektes Bindeglied zwischen den Extremen dient. Auch die ein oder anderen Post-/Shoegaze-Elemente sind nicht einmal der coolste Schrei, aber sie passen einfach.
FAZIT: Wer mit der Verschmelzung und emotionalisieren des Hardcore keine Probleme hat, dem dürfte dieser Debütlangspieler doch sehr munden. Und da auch die Skills in jeder Disziplin weit oben angesiedelt sind, wäre es ungerechtfertigt, dem Album weniger als elf Zähler zu spendieren.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.01.2013
Ognjen Simic
Patrick Allerbauer, Andreas Halla
Emanuel Baum, Andreas Halla
Christoph Fassl
District 763 Records
50:02
01.02.2013