Eine Jugend ohne Fuck-You-Attitüde wäre wahrscheinlich eine verschwendete, ein Bandname wie TREBLINKA und ein Pseudonym wie „Najse Auschwitzer“ zeugen aber von erheblicher jugendlicher Verpeiltheit, wenngleich man keine rechte Band war. Das sieht mittlerweile auch TIAMAT-Mastermind Johan Edlund so und hat wegen des Bandnamens, auf den er offenkundig einstmals stolz war, an der Liveshow TREBLINKAs anlässlich der Veröffentlichung des „Swedish-Death-Metal“-Buches nicht teilgenommen. Gut, dass Menschen dazulernen können.
Century Media betätigen sich mit der Veröffentlichung von TREBLINKAs „Shrine Of The Pentagram“ mal wieder als kompetente Grabräuber. TREBLINKA waren fraglos Urgestein der schwedischen Death-Metal-Szene, wenngleich ihr Sound doch recht weit vom gängigen Schweden-Tod entfernt war. Stattdessen lagen die Wurzeln des Quartetts irgendwo zwischen rudimentärem Death-, frühem Black- und Thrash-Metal. Aus heutiger Sicht spielte man natürlich kaum über Proberaum-Niveau, holperiges und simpelstes Riffing, aber mit viel schwarzem Herzblut bei der Sache und auf der Bühne erheblich schneller als im Proberaum vorgetragen. Auf satte neun Songs brachte man es in der Zeit zwischen 1987 und 1989, die in allen existenten Versionen hier auf gleich drei CDs oder fünf LPs ausgewalzt werden. Da sind Wiederholungen vorprogrammiert, jeden Song gibt es als Demo, dazu die „Severe Abominations“ 7“ und diverse Live-Aufnahmen. Alles scheint klanglich restauriert zu sein und klingt zumindest akzeptabel. Nach TREBLINBKA kamen dann EVOCATION und TIAMAT und so dürften die letzten instrumentalen Studio-Outtakes, die es zum großen Teil auf TIAMATs Debüt „Sumerian Cry“ geschafft haben, auch für Die-Hard-Fans letzterer interessant sein.
FAZIT: „Shrine Of The Pentagram“ ist das allumfassende Vermächtnis TREBLINKAs für die komplettesten Komplettisten und die Ich-Hab-Alles-Fraktion. Wer sich für die Ursprünge der schwedischen Death-Metal-Szene interessiert, wird mehr als gut bedient, für den normalen Fan ist die Veröffentlichung aber eher der Overkill.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.10.2013
Jörgen „Juck The Ripper“ Thullberg
Johan „Lucifer Hellslaughter“ Edlund
Stefan „Emetic“ Lagergren, Johan „Lucifer Hellslaughter“ Edlund
Anders „Najse Auschwitzer“ Holmberg, Nicke Andersson (1989)
Century Media
206:59
07.10.2013